Ich weiß nicht so recht, was ich aus diesem Film machen soll. Vermarktet wird er als 'die etwas andere Horrorkomödie'. Das trifft es im Großen und Ganzen schon recht gut. Der 'Komödien'-Teil bereitet mir allerdings etwas Schwierigkeiten. Versteht mich nicht falsch, es gibt durchaus lustige Momente. Dies sind allerdings nicht die Schenkelklopfer wie zum Beispiel in der 'House' Reihe oder bei 'Return of the Living Dead' und leider auch nicht die 'cleveren' Gags. Ein Schmunzeln hier und ein 'Uh, war das ekelig'-Lachen da ist leider schon alles. Gepaart wird das mit einer durchaus ernsten Herangehensweise an das Problem des 'untot' seins.
Womit wir auch schon bei der Story wären. Bart, gespielt von David Anders ('The Vampire Diaries'), wird im Irak getötet, als er einem angefahrenen Kind helfen will und dabei in einen Hinterhalt gerät. Kopfschuss, Feierabend. Die Leiche wird nach Hause überführt und unter großer Anteilnahme von Freunden und Familie beerdigt. Nach der Beisetzung kommen sich Barts Freundin Janet (Louise Griffiths) und sein bester Freund Joey (Chris Wylde) näher, als Janet Trost sucht. Das Ganze endet in einer kurzen Affäre. Nach ein paar Wochen erwacht Bart wieder zum Leben, befreit sich aus seinem Sarg und sucht Hilfe bei seinem Besten Kumpel. Dieser ist vom Anblick seines Freundes, der durch die einsetzende Verwesung schon arg mitgenommen ist, nicht gerade begeistert.
Nach und nach tüfteln die Beiden aus, was mit Bart nicht stimmt. Er ist ein Revenant. Ein Wiedergekehrter. Von den Toten auferstanden wie ein Zombie aber nur nachtaktiv wie Vampir. Auch ein Mittel gegen die fortschreitende Verwesung ist schnell gefunden. Bart muß frisches Blut trinken. Versuche, Blutkonserven aus Krankenhäusern zu stehlen, scheitern, als sich durch Zufall eine neue Bezugsquelle auftut. Bei einem Überfall wird Bart angeschossen und Joey tötet den Angreifer. Nach anfänglichem Zögern trinkt Bart das Blut des Toten und eine neue Idee ist entstanden. Von nun an ziehen die beiden durch die Nacht und machen kurzen Prozess mit Kriminellen. Bevor die Leichen entsorgt werden, wird das Blut der Gangster aber noch dem guten Zweck zugeführt. Sogar Barts alte Flamme taucht wieder auf und die beiden scheinen eine glückliche Zukunft in Aussicht zu haben.
Als Joey bei einem ihrer nächtlichen Einsätze wird schwer verletzt wird und stirbt, entschließt sich Bart ihn durch Blutsaugen wieder zurück zu holen. Von hier an ziehen die beiden als unkaputtbares Duo durch die Unterwelt ihrer Stadt und räumen auf. Janet freut sich zwar ihren Freund wieder zu haben, kommt aber mit der ganzen Menschen-töten-Blut-saugen Geschichte nicht so ganz klar. Sie bietet Bart an sich in kleinen Mengen von ihrem eigenen Blut zu ernähren. Wie das Leben aber manchmal so spielt, wird dieser etwas übermütig und tötet Janet aus versehen. Joey ist mit seinem neuen Dasein mehr als glücklich und schmiedet schon Pläne für eine Reise nach Las Vegas. Bart ist durch den Verlust seiner Freundin angeschlagen und bekommt Zweifel an ihrem neuen Leben. Um Janet sein Schicksal zu ersparen, trennt er ihren Kopf ab, bevor sie zurück kommen kann und überwirft sich mit Joey.
Der gute Joey macht sich alleine auf die Reise, wird aber von der Vergangenheit eingeholt, als sich ihr erstes Opfer auf übelste Weise an ihm zu schaffen macht. Nachdem er mit einer Ketten säge in alle Einzelteile zerlegt wird, wird ihm schnell die Wichtigkeit der richtigen Entsorgung der Opfer bewußt. Bart erlöst Joey von seinen Qualen und versucht seinem eigenen 'Leben' ein ende zu setzen. Dies erweist sich aber schwieriger als gedacht. Was nun folgt, ist eine Verkettung von unglaubwürdigen Zufällen und an den Haaren herbei gezogenen Wendungen, selbst für diesen Film.
In einer der letzten Szenen wird Bart von der Polizei durch eine U-Bahnstation gejagt. Am oberen Ende der Rolltreppe wartet ein Einsatzkommando, das das Feuer eröffnet, als Bart oben erscheint. Aus einem mir völlig unverständigen Grund laufen zwanzig bis dreißig Zivilisten ebenfalls die Treppe hinauf und werden im Kreuzfeuer getötet. Damit nicht genug: Bart rennt durch die Polizisten hindurch und diese sterben durch das Feuer ihrer Kollegen. Schwachsinn. Ganz zum Schluß wird uns dann noch präsentiert, wie das Militär alle Revenants eingesammelt hat und als ultimative Soldaten in Fässern über dem Irak abwirft.
Wie schon eingangs erwähnt findet der Film leider nie seine eigene Stimme. Wenn ich ehrlich bin, wäre mir der Streifen ohne die Kumpelcomedy lieber. Die Momente, in denen sich Bart mit seinem aktuellen Zustand auseinander setzen muß, sind durchaus brauchbar. Das erste Erwachen und der damit verbunden Schockzustand oder die Momente, als er sich entscheidet seine Freundin nicht zurück zu holen sind viel interessanter als die 'Boah, ey' Momente mit seinem Kumpel. Statt Horror mit Comedy, hätte man vielleicht eher weiter die Horror mit Drama Schiene bedienen sollen. Ich denke an Filme wie 'Let The Right One In', die den Spagat sehr gut schaffen. Handwerklich ein gut gemachter Film, der auf praktische Effekte setzt und nur ab und an CG Unterstützung braucht. Die CG Momente sind leider ganz klar als solche zu erkennen und machen einen etwas billigen Eindruck.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ein solider Film, den man sich angucken kann. Wenn man allerdings eine deftige Horrorcomedy für den Abend mit Bier und Kumpeln erwartet, wird man wohl enttäuscht. Wer sich seine eigene Meinung bilden möchte, kann die DVD oder Blu-Ray ab dem 16.01.2012 kaufen oder über den Link links jetzt schon vorbestellen.
Untote wie wir (The Revenant) 2009
Reviewed von Frank Voigts am