23. Juli 2013

'The Bay' (2012) Review

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Endlich! 'The Bay' ist der erste Found-Footage Horrorfilm, bei dem ich nicht schon nach zehn Minuten kotzen muss. Versteht mich nicht falsch ... die Kamera wackelt, das Bild ist unscharf und die Bildqualität ist schlecht. Irgendwie stört mich das hier aber nicht. Da macht sich eben der erfahrene Regisseur bemerkbar, das ist in diesem Fall nämlich Barry Levinson, der diverse Hollywood Klassiker wie 'Rain Man', 'Good Morning, Vietnam' oder 'Sleepers' abgeliefert hat. Die Wackelkamera ist hier nicht die günstige Lösung um das strapazierte Budget zu entlasten und miese Effekte zu übertünchen, hier fungiert sie als durchdachtes Stilmittel.

Im ganzen Film ist, meines Wissens, nur eine einzige stationäre Kamera im Einsatz und dies auch erst ganz am Ende für eine einzige Einstellung. Ansonsten wird die Geschichte durch das Zusammenschneiden von diversen Quellen erzählt. Wir sehen Skype-Interviews, Handyvideos, TV Berichte, Dashboard-Cams und Heimvideos von Touristen. Das klingt wie eine einzige Wischiwaschi Orgie, Levinson schafft es aber zu jeder Zeit die wichtigen Ereignisse immer gut im Bild zu haben. Es gibt keine schwummerigen Aufnahmen von laufenden Beinen bei denen nur der Ton die Ereignisse wiedergibt. Wenn etwas passiert, dann sieht man das auch.

Die Story ist ziemlich beliebig, das stört in diesem Fall aber nicht wirklich, weil man die ganze Zeit auf der Kannte des Sofas sitzt und die Fingernägel kaut. Donna Thompson, eine junge Reporterin für einen kleinen Lokalsender, wird für einen Livebericht der jährlichen Saisineröffnung in eine kleine Touristenstadt in Maryland geschickt. Der Film ist eine einzige Rückblende, die in Form eines Skype Interviews mit besagter Reporterin. Ergänzt wird das Interview mit angeblichen durch die Regierung beschlagnahmte Aufnahmen jeglicher Art von diesem Tag. Sämtliche Aufnahmen sind von Aktivisten über die Plattform 'govleak.org' veröffentlicht worden.

Wie sich herausstellt, ist durch das Einleiten von anabolika-verseuchter Hühnerkacke einer großen Hühnerfarm in die Bucht, das Wasser so verseucht, das ein eigentlich harmloser Parasit zu einer gefährlichen Bedrohung mutiert. Jeder, der mit dem Wasser in Berührung kommt, fängt sich die Larven ein, die sich dann nach kurzer Zeit von Innen nach Außen fressen. Das klingt genauso unappetitlich, wie es aussieht. 'The Bay' driftet aber nie in Splatterregionen ab, sondern zeigt die gorigen Details, wenn sie nötig sind. Oftmals findet die Gewalt aber Offscreen statt und die begleitenden Soundeffekte und Dialoge steigern die Spannung enorm. Der eine oder andere Jump Scare ist natürlich auch dabei, der Film lebt aber durch seine Atmosphäre und guten Schauspieler.

In der Hauptrolle sehen wir Kether Donohue ('Collar'), die als grüne Reporterin mit Selbstzweifeln einen guten Job abliefert. Ebenfalls mit soliden Leistungen sehen wir Kristen Connolly ('The Cabin in the Woods'), Jane McNeill ('The Walking Dead' TV) und Christopher Denham ('Argo'). Regie führt, wie bereits erwähnt, Barry Levinson nach eigenen Idee für die Michael Wallach das Drehbuch geschrieben hat.

'The Bay' ist das beste Beispiel dafür, das 'Found Footage' nicht immer gleich 'Low-Budget' heißen muss. Levinson liefert einen mehr als soliden Film ab, der durch gute Atmosphäre und unkonventionelle Ideen eine gute Geschichte erzählt. Durchaus empfehlenswert.





The Bay (2012)

Reviewed von Frank Voigts am 23. Juli 2013

Unbedingt sehenswert.

Wertung: 3 Star Rating