24. September 2013

'Kill 'Em All' (2012) Review

'Kill 'Em All' ist kein Horrorfilm. Jetzt fragt Ihr Euch mit Recht: 'Moment mal, was macht die Kritik dann auf killingred?'. Lasst mich das kurz erklären ... sämtliches Marketingmaterial und Infos von anderen Websites für 'Kill 'Em All' hauen in die gleiche Kerbe. Das liest sich alles ähnlich wie zum Beispiel 'Martial-Arts-Veteranen treffen auf SAW-Elemente (IMDB)', oder 'Battle Royale trifft auf SAW (splattermovies.blog.de). Da dachte ich so bei mir, dass das doch durchaus interessant werden könnte. Martial Arts mit Torture Porn á la 'Saw' ist mal etwas Neues. Pustekuchen.

Weder Saw noch Fisch

Wenn man die 'Saw' Vergleiche verstehen will, muss man sich die Story (oder was dafür durchgeht) von 'Kill 'Em All' anschauen. Hier werden nämlich eine Reihe Leute gekidnapped und wachen in einem schäbigen Raum in einem verlassenen Fabrikgebäude auf und wissen nicht, was los ist. Das ist aber auch schon alles, was dieser Film mit der 'Saw' Reihe gemeinsam hat. In diesem Fall sind alle Gefangenen aber Auftragskiller und werden von einer undurchsichtigen Organisation dazu gezwungen gegeneinander anzutreten. Nur einer kann den Raum verlassen. Hierher kommt wohl der 'Battle Royale' Vergleich, obwohl hier kein alle-gegen-alle Gewusel stattfindet, sondern die Kämpfe als eine Art Turnier strukturiert sind. Erinnert mich mehr an 'Mortal Kombat'.

Ich bin kein Martial Arts Experte (mein Fachgebiet ist mehr die Quantenphysik und der Welle-Teilchen-Dualismus im Speziellen) aber ich versuche trotzdem das Hauen und Stechen, als Laie, fair zu bewerten. Die Kämpfe stehen zweifellos im Mittelpunkt des Films und sind für mein ungeschultes Auge annehmbar in Szene gesetzt. Es ist zwar nichts von der unvermittelten Härte wie bei 'Ong-Bak' oder der feinen Choreografie wie in fast allen Jackie Chan Filmen zu sehen, aber ich werte das mal als gutes Mittelmass (wie gesagt ... Quantenphysik und so). Von den 'Schauspielern' kannte ich niemanden, ein älterer Herr mit Plautze ist mir aber aufgefallen, da er zwischen den anderen jung-dynamischen Attentätern doch recht fehl am Platze aussah. Stellt sich heraus, dass das Box- und Kickboxlegende Joe Lewis ist. Leider war dies sein letzter Film, denn er ist kurz nach den Dreharbeiten verstorben.

Beliebig und einfallslos

Positiv fällt die Kameraarbeit auf, die Bangkok, den Ort des Geschehens, exzellent in Szene setzt. Leider ist dies nur am Anfang des Films zu sehen, denn den Rest verbringen wir in schmodderigen Fabrikhallen. Nach zwei oder drei Kämpfen in der 'Killing Chamber', wo nur der Sieger eine Waffe für weitere Kämpfe wählen darf, raufen sich unsere Jungs und unser Mädel (jawoll) zusammen und starten einen Fluchtversuch. Warum das nicht gleich von Anfang an möglich war, haken wir einmal unter 'schwaches Script' ab. Der Initiator des Ganzen ist von der Flucht natürlich nicht besonders angetan und schickt seine Schergen (durchgeknallte Drogies und Ninjas) um dem Einhalt zu gebieten. Was folgt sind Kämpfe bis zum Abwinken und eine an den Haaren herbeigezogene Wendung in der Story.

Als Fazit bleibt ein relativ kurzweiliger hau-drauf Streifen mit wenig originellen Ideen und Kämpfen, die man alle irgendwo anders schon besser gesehen hat. Für Fans könnte der Film einen Blick wert sein, alle Anderen, die sich in Richtung Martial Arts Action umsehen, sind mit besagter 'Ong-Bak' Reihe oder alten Jackie Chan Filmen sicherlich besser bedient. Der C-Movie Cast mit Joe Lewis, Johnny Messner, Chia-Hui Liu und Ammara Siripong kann den FIlm auch nicht vor der Mittelmässigkeit retten. Regie führte übrigens Raimund Huber (kein Witz), der mit 'Bangkok Adrenaline' einen selbsternannten 'Klassiker' des Genres geschaffen hat. Naja, wenn's schee macht.

Unsere Wertung

Wie immer gilt, ich habe den Film im Originalton gesehen und kann zur deutschen Synchronisierung nichts sagen. Der Film wird am 02. Oktober auf DVD und Blu-Ray erscheinen und wer nach der obigen Kritik wirklich noch einen Blick riskieren will, kann Kill 'Em All bei Amazon.de zu bestellen.

Kill 'Em All (2012)

Kritik von Frank Voigts am 24. September 2013

Nur für Leute, die in Richtung Martial Arts eine extrem hohe Toleranz für Mittelmass haben.

2 Star Rating