27. September 2013

'Sadako 3D' (2012) Kritik

Ich bin ein grosser Fan von asiatischen Horrorfilmen. Trotz ihrer ruhigen, etwas naiven, Art, schaffen es diese Filme es immer wieder eine unheimliche Atmosphäre zu etablieren. Die gelegentlichen Schreckmomente sind in der Regel auch immer gut umgesetzt. Die bekanntesten Vertreter der 'new wave of asian horror' sind wohl die 'The Grudge', 'Gin Gwai' ('The Eye') und 'Ringu' ('The Ring') Reihen. Wohlgemerkt nur die Originale, die obligatorischen (und meistens wenig effektiven) Hollywood Remakes lassen wir hier einmal aussen vor. Jetzt gibt es mit 'Sadako' einen neuen Film, der auf einem Roman von Kôji Suzuki basiert, der die ganze Welle mit seinen 'Ringu' Romanen 1995 losgetreten hat. Von Suzuki stammt übrigens auch die Vorlage zu 'Dark Water', einem ebenfalls sehr empfehlenswerten Film.

Wo wir aber gerade bei 'Ringu' waren ... die Story von 'Sadako' spielt im gleichen Universum wie die Ring Filme und es scheint sogar eine direkte Verbindung zum Mädchen mit den langen Haaren aus 'Ringu' zugeben. Die Story beginnt mit einem jungen Mann, den wir später als Kashiwada kennen lernen, der eine ganze Reihe Frauen mit langen Haaren (da sind sie wieder) einen Brunnen hinunter schmeisst, einer direkten Referenz zu 'Ringu'. Dann sehen wir ein Video von Kashiwada, in dem er den Beginn der Show ankündigt und dann durch unsichtbare Kräfte getötet wird. Das Video war offensichtlich ein Livestream und wurde von ein paar Personen live verfolgt, die sich danach allesamt selber umbringen.

Fehler 404 - Story mit Hirn nicht gefunden

Das Video wird zwar sofort von der Webseite entfernt, es ist aber längst zu einer urbanen Legende geworden. Jeder will das 'verfluchte Video' sehen. Ab und zu wird das Video durch einen Unbekannten hochgeladen und jeder der es sieht, ihr habt es erraten, begeht Selbstmord. Die Polizei und der mit den Ermittlungen beauftragte Detective Koiso, tappen komplett im Dunkeln. Sie glauben den übernatürlichen Schnickschnack nicht und suchen nach einer einfachen Erklärung. An dieser Stelle lernen wir Akane Ayukawa kennen, die Lehrerin eines der Schüler, die Selbstmord begannen haben. Akana entschließt sich ebenfalls den Sachen auf den Grund zu gehen und macht sich online auf die Suche nach besagtem Video.

Wer suchet, der findet und Akane stolpert durch Zufall über das 'verfluchte Video'. Am Ende, kommt unsere alte Freundin mit den langen Haaren aus dem Bildschirm und will Akane um die Ecke bringen. Jetzt ist Akane aber nicht die normale Lehrerin von nebenan, sondern hat die Fähigkeit durch einen extrem hohen Schrei, Glas zu bersten. Diese Fähigkeit, wie wir etwas später im Film lernen, hat ihr als kleines Kind schon geholfen sich und ihre Mitschüler vor dem Angriff eines Massenmörders zu retten. Leider waren die anderen Kinder damals wenig verständnisvoll und Akane war von da an eine Art Sonderling, mit dem Niemand etwas zu tun haben wollte.

Auf jeden Fall ist Akane jetzt zum Opfer Nummer eins von Sadako (Ja, so heisst die Dame mit den Haaren) geworden, und von nun an ist kein Bildschirm mehr vor dem wallenden Meer aus CG Haaren sicher. Es folgt noch die eine oder andere Wendung in der Geschichte, auf die wir hier nicht näher eingehen müssen, da sie für das Ende wenig relevant sind. Auf jeden Fall stellt sich heraus, das Kashiwada (vom Anfang des Films) versucht hat, mit seinen Menschenopfern besagte Sadako wieder mit einem passenden Körper zu versorgen. Stellt sich heraus, das Akane eben dieser Körper ist. Detective Koiso und Akane tun sich zusammen und suchenden Ort, an dem alles begangen hat : den Brunnen, in dem die Frauenleichen liegen.

Froschmonster greifen an

Dieser Brunnen ist relativ schnell gefunden (schon komisch, wie das manchmal geht) und einen nicht näher erklärten Umstand werden die diversen Frauenleichen aus dem Brunnen als Monster mit Froschbeinen wieder zum Leben erweckt. Koiso rafft es dahin und die Jagd auf Akane ist eröffnet. Was folgt ist eine Hetzjagd durch ein verlassenes Gebäude, das mich an die Raptorszene aus dem ersten 'Jurassic Park' erinnert hat, aber mit ohne spannend. Hier liegen auch die Probleme von 'Sadako'. Der Anfang ist ruhig und atmosphärisch, wie man es von einem Film dieser Art erwarten würde. Sobald es aber an das Eingemachte geht, fällt der Streifen in sich zusammen. Spannung muss man mit der Lupe suchen und gegen Ende driftet der Film in einen billigen Monsterfilm ab.

Das die CG-'Monster' dabei so dermassen billig aussehen, als wenn sie der Sohn des Regieassistenten in der Drehpause auf dem Laptop zusammengeschustert hat, hilft da nicht wirklich. Überhaupt wird das 'Mädchen mit den Haaren' Ding so weit ausgereizt, das man schon vorsorglich seufzt, wenn man einen Bildschirm im Film sieht. Wenn Sadako aus dem Fernseher kommt, ist das ungefähr so gruselig wie ein Welpe, der einem das Gesicht leckt (ihr wisst, was ich meine - NICHT GRUSELIG). Überhaupt ist es dem Regisseur mit Sadakos geschätzten 17 km CG Haupthaar komplett durchgegangen. Akanes Fähigkeit mit dem Schrei, der Glas zerbrechen kann, dient eigentlich auch nur dem Zweck dem Zuschauer die schlechtesten CG Scherben der Filmgeschichte in 3D um die Ohren zu hauen. Komplett überflüssig.

Unsere Wertung

Wie immer gilt, ich habe den Film im Originalton gesehen und kann zur deutschen Synchronisierung nichts sagen. Der Film ist seit 27. August auf DVD und Blu-Ray erscheinen und nur die härtesten der 'Ring' Enthusiasten sollten Sadako 3D bei Amazon.de zu bestellen.

Sadako 3D (2012)

Kritik von Frank Voigts am 27. September 2013

Nur fĂĽr hartgesottene Asia-Horrorfans, denen StĂĽmper CG nichts ausmacht.

2 Star Rating