24. Oktober 2013

'Crawl - Home Killing Home' (2011) Filmkritik

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Ich habe lange überlegt, ob ich eine Kritik zu 'Crawl' schreiben soll. Ein Horrorfilm im eigentlichen Sinn ist es nämlich nicht. Zugegeben, wir haben ein verlassenes Haus, einen wortkargen, unheimlichen Fremden, der gerne mal eine Axt schwingt und junge Frauen jagt. Auf der anderen Seite ist das aber ein Killer, bei dem ein Auftrag schiefgeht, und der (relativ) unschuldig in die junge-Frauen-jagen Situation hineinrutscht. Eigentlich mehr ein Thriller. Seien wir also einfach großzügig und nennen das Ganze Horrorthriller. Problem gelöst.

Eine Sache, die mir gleich zu Anfang komisch vorkam, war die Sache mit den Autos in diesem Film. Die haben das Steuer nämlich auf der rechten Seite. Das hat mich etwas aus der Spur geworfen, denn die Hauptdarsteller tragen Cowboyhut, Stiefel und Jeanshemden. Die Gegend, in der der Film spielt erinnert auch stark an den mittleren Westen der USA. England scheidet also aus, und Südafrika passt irgendwie auch nicht. Bleibt nur noch Australien. Und tatsächlich ... eine kurze Recherche ergibt, das der Film tatsächlich in Down Under gedreht wurde.

Zunder aus Down Under

(Ich entschuldige mich für den Reim) Australien ist nicht gerade bekannt für den gepflegten Horrorfilm und ausser 'Razorback' aus den Achtzigern und 'Undead' aus 2003 fällt mir aus dem Stand kein andere Film an, der woanders in der Welt erfolgreich gewesen wäre (wenn der Film es überhaupt auf einen anderen Kontinent schafft). Bei obiger Recherche habe ich aber auch erfahren, das Australien eine durchaus lebendige Genre-Szene hat und diverse Indieperlen produziert hat. Genannt wird hier immer wieder 'Wolf Creek' und 'The Loved Ones'. Muss ich mir bei Gelegenheit mal anschauen.

Jetzt aber zurück zu 'Crawl'. Zur Story ... eigentlich gibt es hier nicht viel zu erzählen. Ein Auftragskiller baut nach einem Job eine Unfall und überfährt einen jungen Mann. Er selber wird dabei am Bein verletzt. Er flüchtet sich in ein nahe gelegenes Haus, das unglücklicherweise von der Freundin des Unfallopfers bewohnt wird. Er nimmt die junge Frau als Geisel und sucht nach einem Transportmittel, mit dem er flüchten kann. Natürlich kommt es zur Konfrontation und das Ende könnt ihr euch denken. Das war es eigentlich auch schon.

Nicht ganz Tarantino

Versteht mich jetzt nicht falsch: der Film hat durchaus Atmosphäre und die Spannung kommt auch nicht zu kurz. Es gibt den einen oder anderen guten Schreckmoment, wenn auch alle Horrorfilm Klischees herhalten müssen. Hier knarrt die Tür, das Fenster steht offen und beim Ernstfall bekommt das Opfer die Kette nicht von der Tür. Hat man alles schon gesehen. Was hier an Story und Originalität fehlt, versucht Paul China, Regisseur und Drehbuchautor, durch geschliffene Dialoge wettzumachen. Das klappt leider nur bedingt, denn das Niveau eines Tarantino Scripts, das hier ganz eindeutig als Vorbild gedient hat, wird leider nicht erreicht. Aber wie beim Meister sind auch hier die Einstellungen lang und die Dialoge getragen.

George Shevtsov überzeugt als gealteter Auftragskiller, der schon alles gesehen hat und Georgina Haig spielt das unschuldige Opfer ebenfalls solide. Das relativ unspektakuläre Ende enttäuscht etwas, reisst den Film aber nicht weit runter. Was bleibt, ist ein solider Thriller mit Horroranleihen, der mit knapp 75 Minuten (plus Abspann) gerade lang genug ist, um die Geduld des Publikums nicht herauszufordern. Für seine erste Regiearbeit liefert China hier durchaus gefälliges ab und wer Tarantino oder die frühen Coen Brüder mag, sollte ruhig mal eine Blick riskieren.

Unsere Wertung

Der Film ist ab dem 07. November auf DVD und Blu-Ray verfügbar und wer auf Tarantino und die Coen Brothers steht, kann 'Crawl' bei Amazon bestellen.

Crawl - Home Killing Home (2011)

Kritik von Frank Voigts am 24. Oktober 2013

Solider Horrorthriller

3 Star Rating