01. November 2013

'Conjuring - Die Heimsuchung' (2013) Filmkritik

Durch abspielen dieses Videos werden personenbezogene Daten an den Video-Portal Betreiber (Youtube) gesendet. Hierfür werden Cookies auf Ihrem Computer gespeichert. Beachten Sie hierzu auch unsere Datenschutzerklärung.

Video abspielen
In den Fünziger- bis Achtzigerjahren waren Ed und Lorraine Warren die führenden Forscher auf dem Gebiet der Parapsychologie in den USA. Das ist zwar kein anerkanntes Fachgebiet, trotzdem hielten sie viele Vorlesungen zum Thema an den Universitäten des Landes. Ihre Forschungen konzentrierten sich auf Spukhäuser und die Besessenheit durch Dämonen (Wikipedia). In 1971 untersuchten sie unter anderem die Phänomene, die im Haus der Familie Perron auftraten. Von diesen Untersuchungen handelt 'Conjuring - Die Heimsuchung'.

Nach einer wahren Begebenheit

Wie bei allen Filmen 'nach wahren Begebenheiten', sollte man auch hier eine gewaltige Prise Salz mit in den Ring werfen, aber Lorraine Warren selber war bei den Dreharbeiten als Beraterin zugegen (und hat sogar einen kleinen Auftritt). Das sollte zumindest eine halbwegs korrekte Darstellung der damaligen Ereignisse (wahr oder nicht) gewährleisten. Ein weiterer Garant für Qualität ist das neue Regisseur/Schauspieler Dream Team Wan/Wilson. James Wan hat mit der 'Saw' Reihe nicht nur ein Genre neu definiert, sondern sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt.

Im Gegensatz zu Eli Roth zum Beispiel, der nach 'Cabin Fever' und 'Hostel' mit seinen in der etwas trashigen Schiene geblieben ist, hat sich Wan bemüht das Horrorgenre weiter auszuloten und hat mit 'Death Sentence - Todesurteil' einen komplett übersehenen Knaller des Revenge-Thrillers abgeliefert. Das nicht immer Blut fliessen muss, hat er mit den beiden 'Insidious' Teilen (auch mit Patrick Wilson in einer Hauptrolle) und eben jetzt mit 'The Conjuring' bewiesen. Der Mann kann einen mit gruseliger Atmosphäre und nervenzerreissender Spannung in die Tiefen des Sitzes drücken und dann mit einem gekonnten Jump Scare an die Decke schicken. Ganz ohne Gedärme und platzende Köpfe.

Geisterjäger aus Überzeugung

Jetzt aber erst einmal zur Story. Die Warrens werden gebeten das Haus der Familie Perron zu untersuchen, da sich dort anscheinend Geister eingenistet haben und die Familie mit ihren fünf jungen Mädchen terrorisiert. Die Warrens sind schnell von der Echtheit der berichteten Geschehnisse überzeugt und schlussfolgern eine Besessenheit durch Dämonen. Dies macht einen Exorzismus durch die Katholische Kirche notwendig, die dieses aber nicht ohne schlagkräftige Beweise anordnen kann. Gesagt, getan. Die Warrens ziehen mit zwei Assistenten in das Haus ein und stellen in bester Geisterjäger Manier diverse Apparaturen auf, die die geforderten Beweise liefern sollen.

Die Beweise sind schnell gesammelt, denn in der folgenden Nacht bricht die Hölle los. Lorraine Warren, die immer sehr unter den Geisterbegegnungen leidet vermutet, das es sich um eine ganze reihe verschiedener Geister handelt, die wiederum Dämonen angelockt haben, die von der Energie im Haus profitieren. Schnell ist auch der mögliche Ursprung des Spukes ausgemacht. Die ursprüngliche Bewohnerin des Hauses war eine Hexe mit dem Namen Bathsheba, die ihre Kinder dem Teufel geopfert hat und anschliessend Selbstmord begangen hat. Dieseschreckliche Tat hat auch andere Geister aus der Umgebung angezogen, die sich jetzt geballt auf die Perrons gestürzt haben.

Selbst ist der Mann

Mit den gefunden Beweisen war der Vatikan schnell überzeugt und es wurde ein Exorzismus für die kommenden Tage angesetzt. Als Carolyn Perron, die Mutter, die mittlerweile mit den Kindern in einem Motel wohnt, eines Nachts mit den zwei kleinsten Kindern verschwindet, ist allerdings Eile geboten. Die Warrens vermuten, das der Geist der Hexe Carolyn besessen hat und das die zwei Kinder in großer Gefahr schweben. Alle eilen zum Haus und stellen Carolyn. Um sie zu retten, bleibt Ed kein anderer Weg, als den Exorzismus selber durchzuführen. Den Rest verrate ich hier nicht, ihr sollt euch den Film schließlich selber anschauen.

Lange Rede, kurzer Sinn ... der Film ist ein Knaller. Die Atmosphäre ist über den ganzen Film bedrückend gruselig und die Schreckmomente sitzen wie eine Eins. Obwohl man genau weiss das etwas passiert, wenn jemand mit dem Rücken vor einer offenen Tür zum dunklen Flur steht, haut es einen trotzdem jedes Mal aus dem Sitz. Wan schafft es jedes einzelne Mal den Schock etwas eher oder etwas später zu setzen, als wenn man ihn erwartet. Meisterlich. Die ersten achtzig Minuten des Films sind locker fünf Sterne, wobei wir am Ende leider wieder einen Stern abziehen müssen. Der Exorzismus ist für meinen Geschmack leider etwas zu actionlastig geworden. Hier dominieren schnelle Schnitte und umherfliegende Gegenstände. Das passt leider nicht ganz zur gruseligen Stimmung, die bis hierhin dominiert hat.

Unsere Wertung

Auch wenn der Film am Ende minimal abfällt, erhält er auf jeden Fall unsere uneingeschränkte Empfehlung. Für jeden, der Geisterfilme mag, ist 'Conjuring - Die Heimsuchung' ein Muss. Der Film ist ab dem 24. Januar 2014 auf DVD und Blu-Ray verfügbar kann ab sofort bei Amazon vorbestellt werden. Der Film hat eine FSK 16 Freigabe und ist 1 Stunde 46 Minuten lang (plus Abspann).

Conjuring - Die Heimsuchung (2013)

Kritik von Frank Voigts am 01. November 2013

Ein Kracher des Geisterhaus Genres

4 Star Rating