05. November 2013

'The Purge - Die Säuberung' (2013) Filmkritik

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Wir schreiben das Jahr 2022. Die Arbeitslosenrate und die Kriminalität in den USA befinden sich auf einem historischen Tiefstand. Der Grund dafür ist 'The Purge'. Eine Nacht im Jahr, in der zwölf Stunden alles legal ist. Mord, Diebstahl, Vergewaltigung. Nicht wird geahndet. Die Theorie besagt, das alle Bürger in dieser einen Nacht die gesamte angestaute Frustration und Hass ausleben können und das ohne Konsequenzen. Das Prinzip scheint zu funktionieren, denn die Gesellschaft funktioniert so gut wie nie zuvor.

Damit sind wir auch schon mitten im Film. Es ist die Nacht der 'Säuberung' und wir begleiten James Sandin, gespielt von Ethan Hawke, einen erfolgreichen Verkäufer von High-End Sicherheitssystemen. Diese sind wegen der Säuberung, gerade bei vermögenden Bürgern sehr gefragt und Sandin hat es hiermit zu einigem Wohlstand gebracht. Erfolg bringt aber auch immer Neider mit sich und bei den Nachbarn beäugt man den Erfolg der Sandins skeptisch.

Trautes Heim

Am Abend schottet sich die Familie in ihrer Villa komplett von der Aussenwelt ab, denn sie nimmt aus Überzeugung nicht an der Säuberung teil. Normalerweise wären es für die Familie zwölf ruhige Stunden, dieses Mal kommt aber alles anders. Alles scheint ruhig als Charlie, der Sohn, auf den Überwachungsmonitoren einen verletzten Mann auf der Strasse sieht, der um Hilfe fleht. Kurzentschlossen öffnet er die Tür und lässt den Fremden ins Haus. Zum exakt gleichen Zeitpunkt ereignet sich noch eine wichtige Wendung in einer Nebenhandlung, die ich hier aber nicht verraten werde.

Auf jeden Fall führt dies dazu, das der Unbekannte verschwinden kann und sich jetzt im Haus versteckt. Richtig schlecht wird die Lage aber erst, als eine Bande junger Leute vor dem Haus auftaucht und auf Übergabe des Fremden besteht, da er ihr auserwähltes Opfer war, aber fliehen konnte. Es wird ein Ultimatum gestellt: der Fremde oder die ganze Familie. James, der Familienvater steht vor einem moralischen Dilemma. Wie die Entscheidung ausfällt, solltet ihr euch selber anschauen, aber ich verrate soviel, dass das Haus gestürmt wird und ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt.

WENDUNG! Bumm!

Zum Ende gibt es noch einmal zwei nette Wendungen in der Handlung, die Teils positiv überraschen können. Im Grunde ist 'The Purge' ein Home Invasion Film der alten Machart. Zugegeben, er hat mit seiner originellen Rahmenhandlung etwas halbwegs neues zu bieten, im Prinzip jagt aber nur eine Meute böser Menschen eine nette Familie in einem grossen Haus. Das kennt man eben schon und in der näheren Vergangenheit haben zum Beispiel 'High Tension', 'Martyrs' oder sogar 'The Last House on the Left' eine bessere Figur gemacht. Trotz allem liefert Regisseur James DeMonaco ('Staten Island') einen soliden Film mit teilweise guter Spannung und dem einen oder anderen Jump-Scare ab.

Einige logische Fehler werden dem aufmerksamen Zuschauer mittlere Probleme machen. So wird im Haus andauernd geschossen, es scheint aber niemand die Schüsse zu hören, denn alle gehen ganz 'normal' weiter ihrer aktuellen Tätigkeit nach. Man sollte meine, das fünf Schüsse aus einem Schrotgewehr, ständige Schreie und allerhand zerstörtes Mobiliar Aufmerksamkeit erregen, so groß ist das Haus denn nun auch wieder nicht. interessieren tut es aber niemanden. Auch die Rolle des verletzten Mannes, bleibt von der Story hinter den Erwartungen zurück. Hier hätte ich einiges mehr erwartet, die Figur hätte nämlich Potenzial.

Wink mit dem Zaunpfahl

Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt brauchbar, soweit man das bei entsetzt gucken oder schreien ausmachen kann. Wer also einen kurzweiligen Abend mit solider Spannung und brauchbarer Action verbringen möchte kann ruhig einen Blick riskieren. Das Hirn muss man bei diesem Film nicht unbedingt einschalten, obwohl die Macher auf Biegen und Brechen versuchen eine sozialkritische Message im Film unterzubringen. Das ist hier aber schon kein Wink mit dem Zaunpfahl mehr, der Zuschauer bekommt den Pfahl stumpf über den Schädel gezogen. Da kann man deutlich subtiler gestalten.

Unsere Wertung

Auch bei einigen Schwächen macht 'The Purge - die Säuberung' eine solide Figur und darf getrost als kurzweiliger Abendfüller angesehen werden. Der Film ist ab 8. November 2013 auf DVD und Blu-Ray zu haben und kann bei amazon.de vorbestellt werden. Der Film hat eine FSK 16 Freigabe und hat mit 85 Minuten genau die richtige Länge.

The Purge - Die Säuberung (2013)

Kritik von Frank Voigts am 05. November 2013

Solider Home-Invasion Film

3 Star Rating