13. November 2013

'Sharknado' (2013) Filmkritik

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Dieser Hype. Oh man, dieser Hype. Das letzte Mal haben wir so etwas ja bei 'Snakes on a Plane' erlebt und wir wissen alle, wie das ausgegangen ist (Tipp: enttäuschend). Ich nehme hier das Urteil schon einmal vorweg und sage, das 'Sharknado' dem Hype nicht gerecht werden kann. Dieser Film ist Trash. Das muss nicht schlecht sein, viele Kultfilme sind Schrott (und spielen gekonnt damit). 'Sharknado' ist hier nicht anders, denn die Filmemacher wissen, welche Art von Film sie machen wollten. Immerhin sind das die gleichen Leute, die solche Perlen wie 'Sharktopus' oder 'Dinocroc vs. Supergator' zu verantworten haben.

Aber von Anfang an ... wir begleiten Barbesitzer Fin (Ian Ziering), Dauergast George (John Heard), Kellnerin Nova (Cassie Scerbo) und Surfer Baz (Jaason Simmons), wie sie sich nach dem ersten Sharknado aus ihrer kleinen Strandbar in Sicherheit bringen müssen. Kurz zur Erkärung: ein 'Sharknado' ist ein Tornado, der die Haie vor sich hertreibt und schließlich aus dem Meer hebt und über Land trägt. Sie schaffen es halbwegs unbeschadet aus dem Chaos zu entkommen und Fin will sich zu seiner Ex-Frau und seinen Kindern durchschlagen. Komischerweise hat niemand der Anderen etwas besseres zu tun und so macht man sich gemeinsam auf den Weg in die Berge, wo April, Fins Ex-Frau (Tara Reid), mit den Kindern wohnt.

Wie bequem

Nach allerlei haarsträubenden Abenteuern schlägt die Gruppe bei April auf, nur um festzustellen, das Fins Sohn auf einem Flughafen in der Nähe festhängt, auf dem er gerade Flugstunden nimmt. Das neue Ziel ist klar und weiter geht die Reise, ab hier mit April und Tochter Claudia (Aubrey Peeples). Auf dem Flughafen angekommen, wird schnell ein Plan gefasst, die Sharknados mit Hilfe einer Bombe, die aus der Luft abgeworfen wird, zu neutralisieren. Zufälligerweise finden sich alle benötigten Materialien in der Flughafenwerkstatt. Wie bequem. Natürlich ist Fins Sohn Matt (Chuck Hittinger) ein ausgezeichneter Helikopterpilot (als Flugschüler) und kann die selbstgebastelten Bomben ans Ziel bringen. Der Plan funktioniert und nach ein paar Wendungen in der Handlung, wo bereits verloren geglaubte Personen wieder mit der Gruppe vereint werden, leben alle glücklich und zufrieden. The End.

'Sharknado' ist dumm. Dumm. Dumm. Dumm. Und alle beteiligten wissen das. Der Film ist von Anfang an auf Trash ausgelegt und mehr sollte man auch auf gar keinen Fall erwarten. Leider erwischt der Film nie so richtig die 'wir sind schlecht aber witzig Schiene' und schlittert zwischen Komödie und ernster Action mit flachen Sprüchen hin und her. Zu seinen besten Zeiten ist 'Sharknado' ein Erlebnis. Wir haben exakt null Minuten bis zum Sharknado (noch vor dem Titel) und vier Minuten bis zum ersten Toten durch Sharknado. Pluspunkte für diese 'direkt zum Punkt' Einstellung. Auch in Sachen Effekte macht 'Sharknado' seinen Trash-Ambitionen alle Ehre: die CG Effekte sind unter aller Kanone und die logischen Fehler im Film sind haarsträubend.

Trashig oder einfach nur schlecht

So sieht man unsere Helden auf einem Surfbrett auf absolut ruhiger See sitzen und in der nächsten Einstellung steppt an gleicher Stelle der Bär mit zwei Meter hohen Wellen. Danach wieder Schnitt und die Sonne scheint. An anderer Stelle steht Aprils Haus bis zum Bauchnabel unter Wasser, direkt danach, vor der Haustür, ist aber alles trocken. Alles, was man dem Film bei ein paar Bieren locker durchgehen lassen kann. Die Kämpfe gegen die diversen Haie sind teils Einfallsreich in Szene gesetzt und können ein ums andere Mal positiv überraschen. So treffen unsere fischigen Freunde zum Beispiel ihr Schicksal in Form eines Barhockers, einer Heckenschere, einer Spitzhacke oder einer Motorsäge (drei Pluspunkte für den Sprung mit der Motorsäge ... ist im Trailer).

Ansonsten kann sich 'Sharknado' nie so richtig entscheiden, ob er es ernst spielen soll, oder ob es mehr in Richtung Komödie gehen soll. Die Sprüche sind flach und selten und die Szene, in der Fin einen kompletten Bus voll mit Schulkindern rettet (einzeln) ist so überflüssig wie etwa ein Drittel des Films. Keine wirkliche Action und die Comedy fällt flach. Es gibt noch eine nette Anspielung auf 'Der Weisse Hai' ('We're gonna need a bigger chopper'), aber das war es dann auch. Wenn man den Film auf 45-50 Minuten zusammenschneiden würde, wäre es das perfekte Trash Filmchen ohne Löcher. So wie es steht, beinträchtigen die vielen Längen im Film leider das Erlebnis leider gewaltig.

Die Schauspieler gehen alle mit dem nötigen Ernst (sprich, komplettes Overacting) an die Sache heran. Tara Reed sticht hier aber gehörig heraus und das nicht im guten Sinne. Man hat den Eindruck, als wenn die Gute nicht so richtig weiss, warum sie überhaupt in diesem Film mitspielt. Entsprechend leb(lust)los ist dann auch die Darbietung.

Unsere Wertung

Kann man sich den Film angucken? Auf jeden Fall. Ein Träger Bier und ein paar Kumpel sollten aber dabei sein, um den Spassfaktor über die Latte zu heben. Nüchtern und alleine kann man den Film zwar ertragen, ein Brecher ist das, von den vereinzelten lichten Momenten einmal abgesehen, aber leider nicht. Reicht die Realität an den Hype heran? Auf keinen Fall, aber für einen netten Trashabend sollte es reichen. Deshalb immer noch (nur) zwei Sterne. 'Sharknado' ist ab sofort auf DVD und Blu-Ray zu haben, hat eine FSK 16 Freigabe, und kann hier, bei Amazon, bestellt werden (auch in 3D).

Sharknado (2013)

Kritik von Frank Voigts am 13. November 2013

Trashiges mit einigen Längen für den Abend mit den Kumpel

2 Star Rating