20. November 2013

'World War Z' (2013) Filmkritik

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Wir schreiben das Jahr 2006 und Max Brooks Roman 'World War Z' ('Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot', kein Witz ... ist der deutsche Titel) ist bei Horrorfans weltweit ein Megahit. Der Roman erzählt anhand von Augenzeugenberichten den Hergang der Zombieapokalypse, bei der es den Großteil der Menschheit dahingerafft hat. Im Buch sind die verschiedenen Episoden durch den Erzähler verbunden, einem Untersuchungskommissar der Vereinten Nationen, der die verschiedensten Zeugen interviewt, um dem Ursprung der Plage auf die Spur zu kommen.

Wie es heute bei jedem halbwegs erfolgreichen Buch der Fall ist, haben es sich die Studios einiges Kosten lassen, sich die Filmrechte an 'World War Z' zu sichern. Das Vorhaben hatte allerdings eine kleinen Haken, denn der Roman galt mit seinen vielen Schauplätzen und einzelnen Storyfragmenten lange Zeit als unverfilmbar. Entsprechend lange hat dann auch die Umsetzung des Drehbuchs gedauert, an dem nicht weniger als fünf verschiedene Autoren gearbeitet haben. Als viele schon nicht mehr mit dem Projekt gerechnet haben, hiess es mit einem Mal 'Wir drehen!'. Die Erwartungen hingen entsprechend hoch. Ob der Film dem gerecht wird, verrate ich euch in den nächsten Absätzen.

Alle Probleme gut gelöst

Die angesprochenen Probleme mit den vielen Charakteren und den vielen Handlungssträngen hat man relativ elegant gelöst. Im Film begleiten wir nämlich den UN Kommissar, gespielt von Brad Pitt, auf der Reise zu den verschiedenen Schauplätzen auf der ganzen Welt. Wie ein Detektiv versucht er dem Ursprung der Zombieplage auf den Grund zu gehen, um eine Lösung für das Problem zu finden. Auf seiner Reise nimmt er auch noch die eine oder andere Figur aus dem Roman auf und die begleitet ihn dann auf dem Rest seiner Odyssee. In diesem Fall ist das eine Soldatin aus Isreal, die er nur knapp aus Jerusalem retten kann. Sie wird zwar von einem Zombie gebissen, Gerry, unser Held von der UN, kann ihr aber rechtzeitig den Arm abhacken, bevor sie sich verwandeln kann.

Womit wir auch schon bei den Zombies wären. Dies sind die schnellen Zombies aus '28 Days Later'. Nicht nur das, sie rennen wie ein Puma (und riechen wahrscheinlich auch so), springen wie die Bergziegen und katapultieren sich aus mehreren Metern auf ihre chancenlosen Opfer. Das ist sicher nichts für Puristen des Genres, sorgt aber für ausgezeichnete Action. Damit wir uns hier richtig verstehen: 'World War Z' ist kein Horrorfilm. 'World War Z' ist ein Katastrophenfilm mit Zombies. Popcorn Kino vom Feinsten mit nahezu nonstop Action. Wer eine gruseligen, finsteren Horrorfilm oder bluttriefenden Zombiestreifen erwartet, wird auf jeden Fall enttäuscht nach Hause fahren (oder ins Bett gehen, wenn ihr den Film zuhause guckt). Deftige Schlachtplatte ist Fehlanzeige, nicht zuletzt, weil man bei einem derartigen Budget nicht mehr als die Hälfte seines Publikums von vornherein aussperren kann. Deshalb alles in halbwegs blutarmer FSK 16 Version.

Action ohne Ende

Die Action, wie gesagt, ist allerdings allererste Kajüte. Ja, es gibt die obligatorische Wackelkamera, die Szene wird aber nie unübersichtlich, wie zum Beispiel in den 'Transformer' Filmen und Regisseur Marc Forster setzt mehr auf Totale Einstellungen anstatt auf extreme Nahaufnahmen. Das vermittelt ein recht guten Überblick über das Ausmaß der Zombieinvasion und die Aussichtslosigkeit des Kampfes gegen die lebenden Toten. Brad Pitt spielt seine Rolle etwas weniger 'pittig' als gewohnt, was dem Bild eines normalen Familienvater zuträglich ist. Auch Mireille Enos, bekannt aus der TV Serie 'The Killing', überzeugt als besorgte Frau und Mutter und selbst die Kinder nerven nicht mit übertriebener Schauspielerei. Durch die Bank gutes Casting. Kleines Schmankerl am Rande: in einer Minirolle mit zwei Sätzen, ist Moritz Bleibtreu als Laborangestellter zu sehen.

Wir fassen kurz zusammen ... 1A Actionfilm nach guter Romanvorlage ... mit Zombies. Grusel, Schreckmomente und Atmosphäre sind Fehlanzeige, sollte man aber auch nicht erwarten, wenn man weiss, welche Art Film 'World War Z' ist. Wer das Buch gelesen hat, weiss das, alle Anderen sind hiermit gewarnt. Alles in allem ist 'World War Z' ein Katastrophen-/Actionfilm der gehobenen Mittelklasse, der trotz seiner fast zwei Stunden Laufzeit nie langweilig wird. Gute Schauspieler und halbwegs vernünftige CG Effekte (leider nicht immer ohne Schwächen) bieten kurzweilige Unterhaltung für den Filmabend. Uneingeschränkt empfehlenswert.

Unsere Wertung

Bestes Hollywood Actionkino, in einem Film, der nie versucht mehr zu sein als Popcornkino für den Samstag Abend. Was Katastrophenfilme angeht, steckt 'World War Z' Filme wie '2012' oder 'The Day After Tomorrow' locker in die Tasche (entschuldigung Roland). 'World War Z' ist ab sofort auf DVD und Blu-Ray zu haben, hat eine FSK 16 Freigabe, und kann hier, bei Amazon, bestellt werden (auch in 3D).

World War Z (2013)

Kritik von Frank Voigts am 20. November 2013

Popcornkino der Extraklasse

4 Star Rating