26. November 2013

'The Lords of Salem' (2012) Filmkritik

Durch abspielen dieses Videos werden personenbezogene Daten an den Video-Portal Betreiber (Youtube) gesendet. Hierfür werden Cookies auf Ihrem Computer gespeichert. Beachten Sie hierzu auch unsere Datenschutzerklärung.

Video abspielen
Nicht weitersagen, aber ich mochte den ersten Teil von Rob Zombies 'Halloween' Remakes. Zugegeben, der zweite war Schrott, aber das habe ich dem Robbie nach 'House of 1.000 Corpses' und 'The Devil's Rejects' locker durchgehen lassen. Man muss ja nicht alles gucken. Mit dem Zeichtrick 'The Haunted World of El Superbeasto' hat er sich dann schon etwas mehr seiner, sagen wir mal, psychedelischen Ader hingegeben. Und jetzt haben wir 'The Lords of Salem'. Lasst uns kurz (und ich meine kurz) über die Story sprechen.

Heidi ist Radio DJ und eine ehemalige Drogenabhängige, die bei einem kleinen Sender in Salem arbeitet. Jawohl, das für seine Hexenverfolgung bekannte Salem. Eines Tages bekommt sie eine Sendung mit einer Platte von den Lords in den Sender geliefert. Am nächsten Tag wird die Scheibe natürlich sofort gespielt und alle Frauen in Salem verfallen in einen tranceartigen Zustand. Heidi scheint am meisten betroffen und quält sich den Rest des Films mit diversen Flashbacks und Visionen aus Salems Vergangenheit herum. Ohne das (allzu vorhersehbare Ende) zu verraten, ist das auch schon alles, was man zur Geschichte wissen muss.

Die Umsetzung im Film erfolgt dann hauptsächlich durch stylische Szenen, deren Sinn sich dem Betrachter meistens nicht erschließt (kann aber auch an mir liegen) und die scheinbar per Zufall aneinandergereiht sind. Das sieht alles schick aus, verwirrt aber eher, so dass man der ohnehin dünnen Handlung nicht mehr wirklich folgen kann. Tut mir den Gefallen und schaut euch unten den Trailer an und wenn euch die letzten 45 Sekunden wie ein zufälliger Zusammenschnitt von sinnfreien Bildern erscheint, geht es euch wie mir mit dem Großteil des Films. Viel mehr solltet ihr nämlich nicht erwarten.

Die Atmosphäre ist durch die Bank finster, was hauptsächlich durch die ständig brummelnde Musik und die Trostlosigkeit der Sets erreicht wird. Richtig gruselig ist das nicht. Spannung kommt so gut wie nie auf und die wenigen (zwei) Schreckmomente kommen alleine durch das aufdrehen der Lautstärke zustande. Ich erwarte ja kein Hitchcock, aber hier regiert die Langeweile. Und wenn es schlecht wird, dann auch richtig. Die Szene ganz am Anfang des Films, in der ein paar Hexen lachend um ein Feuer tanzen ist einfach lächerlich (hier wollte ich eigentlich schon wieder ausschalten).

Die Besetzung ist, wie bei den meisten Filmen von Rob Zombie, durchweg gelungen. Zombies Frau, Sheri Moon Zombie, spielt die Heidi überzeugend, aber am besten hat mir Jeff Daniel Phillips als Heidis Kollege und manchmal-Freund gefallen. Ansonsten hat Zombie den Film, wie so oft, mit allerlei Genreveteranen besetzt. So sehen wir zum Beispiel Judy Geeson ('Inseminoid - Samen des Bösen'), Meg Foster ('Stepfather II'), Dee Wallace ('The Howling - Das Tier') und Ken Foree ('Dawn of the Dead'). Alle liefern solide Leistungen.

FAQ



Sollte ich mir 'The Lords of Salem' ansehen?

Nein.

Auch nicht, wenn ich ein großer Rob Zombie Fan bin?

Nein.

Was ist, wenn das Leben meiner Familie davon anhängt?

Das ist die einzige Ausnahme, in der ein Abspielen von 'The Lords of Salem' akzeptabel ist. Aber nur alleine, in einem schalldichten Raum, wenn du hinterher niemandem davon erzählst.

Für diesem Extremfall, wo kann ich 'The Lords of Salem' bestellen?

Bei amazon.de

The Lords of Salem (2012)

Kritik von Frank Voigts am 26. November 2013

Selbstverliebter Arthouse-Horror

2 Star Rating