02. Januar 2014

'Frankenstein's Army' (2013) Filmkritik

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Die Vorgeschichte zu 'Frankenstein's Army' wäre interessanter Stoff für eine Dokumentation. Um 2006 hat der niederländische Regisseur Richard Raaphorst mit ein paar Trailern das Internet aufgeschreckt. Ich habe den Trailer für 'Worst Case Scenario', so sollte der Film damals heissen, weiter unten eingebaut. Die Story war genauso angefahren wie die Nazi Zombies im Trailer und geht wir folgt: unsere freundlichen Nachbarn aus dem Land der Tulpen und des Käses leiden seit Jahrzehnten unter der Schreckensherrschaft Deutschlands. Sei es durch die Besatzung im zweiten Weltkrieg, die Schmach bei der Fussball WM 1974 oder die Unmenge an deutschen Touristen an den Stränden. Bei der WM 2006 konnten die Niederländer dann endlich die Deutschen besiegen. Aus Rache entsendet Deutschland eine Armee Nazi Zombies in unser Nachbarland.

Hohe Erwartungen

So weit, so gut. Der Trailer hat ordentlich Wellen gemacht und Das Interesse diverser Produktionsfirmen wurde geweckt. Nach langem Hin und Her haben die Herrschaften mit dem Geld aber wohl festgestellt, das die deutsch - holländische Rivalität ausserhalb dieser beiden Länder niemanden so richtig interessiert und das zugesagte Geld wurde gestrichen. Die Produktion wurde in 2009 offiziell eingestampft und Raaphorst begann die Arbeit an 'Frankenstein's Army'. Das Konzept mit künstlich erschaffenen Nazi Monstern und die damit verbundenen starken visuellen möglichkeiten waren einfach zu gross. Und so haben wir heute, noch einmal vier Jahre später, das fertige Epos vorliegen. Ob der Film den hohen Erwartungen entsprechen kann, werden wir jetzt klären.

Die Story wurde für ein grösseres Publikum angepasst und der Stil wurde in das, heute so erfolgreiche, Found-Footage Genre verpflanzt. Wie das mit Nazi Zombies zusammenpasst? Nun, das hat man relativ elegant gelöst. Der Film spielt gegen Ende des Zweiten Weltkrieges und wir begleiten eine kleine russische Elitetruppe, der ein Kriegsberichterstatter samt Kameramann zur Seite gestellt wurde. Der Propagandabericht über den Einsatz hinter feindlichen Linien soll die Schlagkraft der russischen Armee glorifizieren. Der Auftrag des Teams? Das Finden und Inhaftieren eines deutschen Wissenschaftlers, dessen Forschungen am lebenden Objekt man sich selber zunutze machen will, um eine Armee von Supersoldaten zu erschaffen.

Nach tagelangem Treck durch die Wildnis ist das kleine Dorf und die Anlage, in dem der gesuchte Doktor arbeitet gefunden und es geht an die Erkundung der Gebäude und Gewölbe. Schnell macht man Bekanntschaft mit den Wesen des Doktors und die ersten Teammitglieder segnen das Zeitliche. Nach und nach wird das Team von den Monstern dezimiert, bis nur noch unser furchtloser Berichterstatter übrig ist, der anscheinend mehr ist, als er zu erkennen gibt. Er versucht mit allen Mitteln den Doktor zur Kooperation mit dem russischen Reich zu überreden, der Gute scheint aber andere Pläne zu haben. Ganz nebenbei erfahren wir übrigens noch, das der Doktor ein Nachkomme des berühmten Doktor Frankenstein ist, und das er dessen Forschungen auf jeden Fall fortsetzen will.

Das Monster machts

Das ist im Prinzip auch schon die ganze Story von 'Frankenstein's Army'. Sicher gibt es noch die eine oder andere kleine Wendung und Überraschung, die Geschichte bleibt aber zu jeder Zeit recht konventionell. So bleibt es also den Monstern von Dr. Frankenstein überlassen dem Film das gewisse Etwas zu geben. Soviel sei gesagt, das klappt voll und ganz. Die Kreaturen im Film strotzen nur so vor Einfallsreichtum und innovation. Hier werden die verschiedensten Wesen und Apparaturen miteinander verwurstet. Das reicht vom spinnenbeinigen Wesen mit Bohrer als Mückenstachel über Brecher mit Baggerschaufeln als Gesicht bis hin zu einem Soldaten mit kompletten Triebwerk und Propeller als Kopf. Soweit ich das beurteilen kann sind sämtliche Effekte und Masken auch praktischer Natur und ich haben kein CG ausmachen können.

Die Atmosphäre im Film ist durchweg spannungsgeladen, wenn auch wenig gruselig. Der Film ist eben eher ein Actionfilm mit Monstern. Das Gore-Level ist anständig und die (wenigen) Schreckmomente sitzen. Ich habe den Film auf der deutschen Blu-Ray im Originalton gesehen. Bis auf eine Szene mit einem kleinen Jungen, die mir etwas zu abrupt endet, scheint der Film ungeschnitten zu sein (ich kann mich bei der Szene mit dem Jungen aber auch täuschen, aber eigentlich sollte das Leben des Kleinen ein ziemlich blutiges Ende finden). Die Schauspieler liefern (im Originalton) eine solide Leistung ab und bei der Handheldkamera hält sich die Wackelei in Grenzen, so das einem kurzweiligen Abend mit den Kumpels nichts im Wege steht. Für den Filmabend mit der Freundin sollte die Auserwählte aber schon eher von einem ganz besonderen Schlag sein, sonst könnte es zu Missstimmungen in der Beziehung kommen.

Der Film läuft mit Abspann ca. 85 Minuten lang und damit keine Minute zu lang. 'Frankenstein's Army' ist ab sofort verfügbar und kann in diversen Versionen bei Amazon bestellt werden.

Frankenstein's Army (2013)

Kritik von Frank Voigts am 02. Januar 2014

Blutiger Horrorspass mit Monster, die ihresgleichen suchen

3 Star Rating