28. Januar 2014

'Devil's Pass' (The Dyatlov Pass Incident - 2013) Filmkritik

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Karl Ranseier ist tot. Jan Meyer auch. Nur einer von beiden war Fahrstuhlführer bei Horten ... jetzt aber zu unserer Kritik von 'Devil's Pass'. Lauri Mauritz Harjola lebt noch und war meines Wissens nie als Fahrstuhlführer tätig. Lauri wer? Lauri Mauritz Harjola ist ein Regisseur aus Finnland, der ausserhalb seines Heimatlandes als Renny Harlin unterwegs ist. Seht ihr, kennt ihr doch. Mit 'Die Hard 2' und 'Cliffhanger' hat er sich zu Beginn seiner Karriere schnell einen Namen als fähiger Action-Regisseur gemacht. Leider ging es von hier an etwas bergab und mit 'Deep Blue Sea' und 'Mindhunters' hat er allenfalls solide B-Ware abgeliefert. Nie wirklich schlecht, aber auch nichts, was einen vom Hocker haut.

Ob 'Devil's Pass' in dieser Hinsicht eine Ausnahme bildet, erfahrt ihr jetzt. Wie meine kurze Recherche (eine Google-Suche) ergeben hat, basiert die Handlung des Films auf einer wahren Begebenheit aus den Fünfzigerjahren (wenn man Wikipedia glauben kann, was wir jetzt einfach mal tun). Damals ist eine Gruppe von neun Leuten zu einer kleinen Skitour aufgebrochen, nur um einige Tage später tot aufgefunden zu werden. Die damaligen Untersuchungen haben die eigentlichen Umstände der Tode nie aufklären können. Die gefundenen Spuren und Beweise am Zeltplatz der Gruppe sind aber genauso mysteriös wie unheimlich.

Nach einer wahren Begebenheit

So wie sich die Sache darstellt, sind die Expeditionsmitglieder damals mitten in der Nacht aus ihren Zelten geflüchtet. Dabei haben sie nicht die normalen Eingänge benutzt, sondern haben die Zeltwänden zerrissen und sind so, teilweise unbekleidet, in die Kälte geflüchtet. Alle neun Körper wurden im Umkreis von hundert Metern um das Lager gefunden. Einige waren erfroren, einige hatten eingeschlagene Schädel und gebrochene Knochen, wobei aber keine äusserliche Verletzungen festgestellt werden konnten. Einer der Körper wies starke radioaktive Strahlung auf, die man sich bis heute nicht erklären kann. Die Stelle des Unglücks wurde nach dem Anführer der Gruppe Dyatlov Pass genannt.

Soviel zur Vorgeschichte. Wir machen einen Sprung in die Gegenwart und treffen Holly, eine Studentin, die Ihre Abschlussarbeit über eben diesen Vorfall schreiben möchte. Wie das Leben so spielt, ist einer ihrer Kumpel Filmstudent und bietet ihr an, eine Dokumentation daraus zu machen. Gesagt, getan und fertig ist der Found-Footage Streifen. Man greift sich noch schnell eine Toningenieurin, zwei erfahrene Bergsteiger und macht sich auf in das frostige Russland. Die Einwohner vor Ort sind überraschend hilfsbereit und man lässt sich die Legenden um den Vorfall erzählen, bevor man sich auf den kurzen Trek zum Dyatlov Pass aufmacht.

Schönes Panorama am Todesberg

Der Weg ist relativ idyllisch und man kommt gut voran. Mit der Zeit sind immer wieder unbestimmbare Geräusche zu hören, die die Gruppe aber nicht zum umkehren bewegen können. Auch der Fund einer gefrorenen Zunge ist nicht genug, um unseren furchtlosen Helden als Warnung zu dienen. Erst am Ort der ersten Expedition angekommen, stellt sich leichte Panik ein, als das GPS und die Kompasse verrückt spielen. Für die Rücktour ist es schon zu spät und man beschliesst die Nacht im Freien zu verbringen. Mitten in der Nacht werden sie von einer Lawine überrascht, bei der die Toningenieurin verschüttet und einer der Bergsteiger schwer verletzt wird.

Der Lawine gehen ganz klar Explosionen voraus und sie wurde ganz offensichtlich ausgelöst, um unsere Doku-Filmer loszuwerden. Dieser Verdacht bestätigt sich, als sich am nächsten Morgen einige Männer dem Camp nähren um der Gruppe zu helfen, aber plötzlich das Feuer eröffnen und den Verletzten erschiessen. Die restlichen Drei können sich in einen Stollen im Berg retten, der durch eine massive Stahltür gesichert ist. HIer werden sie kurzerhand von ihren Verfolgern eingesperrt und es bleibt nur der Weg tiefer in den Berg. Schnell entdecken sie eine Art Labor des russischen Militärs, das ganz offenbar noch aus den Zeiten des zweiten Weltkrieges stammt.

Verworren aber unterhaltsam

Von hier an wird es dann etwas verworren, denn es gibt Hinweise auf Experimente mit Teleportation und Zeitreisen. Nebenbei sind dann noch ein paar 'Monster' (man beachte die Anführungszeichen) hinter den letzten Überlebenden her, als diese versuchen das Rätsel des Labors aufzudecken.

Wer bei Found-Footage schon abschaltet, sollte trotzdem mal einen Blick riskieren, denn die Sache mit der Wackelkamera hat man relativ gut gelöst. Da es sich um Filmstudenten handelt, ist das verwendete Kameraequipment relativ hochwertig und man muss sich nicht mit zugekniffenen Augen durch Handyvideos quälen. Ausserdem hat unser 'Kameramann' die durchaus angenehme Vorliebe sein Kamera auf einem Stativ zu positionieren, oder auf den Boden zu legen. Die eine oder andere Hommage an die Pioniere des Genres fehlt auch nicht. So ist zum Beispiel zum Anfang des Films eine (fast) eins zu eins Kopie der berühmten 'Blair Witch Project' Nachtsichtszene zu sehen. Da weiss man gleich, wo die Einflüsse liegen.

Der Film reicht, meiner Meinung nach, nicht ganz an andere Found-Footage Horrorfilme wie 'The Bay' heran, taugt aber durchaus für den gemütlichen Filmabend mit Bier und Chips. Ich habe gegen Ende aufgegeben der Story zu folgen, die Schreckmomente sitzen aber und bei den Schauspielern (Holly Goss, Matt Stokoe, Luke Albright u.a.) gibt es auch keinen Ausfall. Alles nichts besonderes aber solide umgesetzt. Der Film hat eine FSK 16 Freigabe und eine Gesamtlaufzeit von knapp neunzig Minuten ohne Abspann. 'Devil's Pass' kann ab sofort bei Amazon bestellt werden.



Devil's Pass (2013)
Kritik von Frank Voigts am 28. Januar 2014
Teilweise etwas verworren aber unterhaltsam
3 Star Rating