09. April 2014

The Borderlands (2013) Filmkritik

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Unter dem recht sperrigen deutschen Titel 'The Borderlands - Eine neue Dimension des Bösen' ist mal wieder ein Streifen aus dem vielgescholtenen Found-Footage Genre in die deutschen Filmabspielgeräte geflattert. Jetzt höre ich viel schon wieder stöhnen 'Nicht noch einer', und ich kann euch alle sehr gut verstehen. Manchmal bringt aber jemand frischen Wind in eine neues Genre oder der entsprechende Film besticht durch besonders gute Ausführung. Ob 'The Borderlands' in eines dieser Lager fällt, wollen wir im Folgenden einmal näher untersuchen.

Die Story: Deacon ist im Auftrag des Vatikan unterwegs und untersucht unerklärte Phänomene auf ihre Eignung zum Wunder. In seiner gesamten Karriere konnte er noch kein einziges Wunder bestätigen und der gute ist mittlerweile ziemlich desillusioniert und zynisch geworden. Sein aktueller Auftrag führt ihn in das englische Hinterland, wo er unbekannte Ereignisse in einer kleinen Dorfkirche begutachten soll, die während einer Taufe aufgetreten sind. Ein entsprechendes Video wurde für aussagekräftig genug befunden, um weitere Untersuchungen zu rechtfertigen.

Wunder gibt es immer wieder

Da auch die Kirche Belege für ein Wunder braucht und in der heutigen Zeit kein Weg am Videobeweis vorbei führt, trifft sich Deacon mit Mark, der von der Kirche als Fachmann für Video- und Audioüberwachung engagiert wurde. Mark steht der ganzen Sache mit Gott, Teufel und Wundern eher skeptische gegenüber, fragt aber wegen der guten Bezahlung nicht näher nach. Eigentlich sollte auch noch Pater Gray zur Gruppe stossen, der vom Vatikan als offizieller Leiter der Untersuchung eingesetzt wurde. Leider verspätet dieser sich und Deacon beschliesst, die Kirche schon einmal vorab ohne ihn zu besuchen.

Mark stattet die Gruppe mit kleinen Headcams aus und bepflastert sowohl das kleine, gemietete Haus im Dorf als auch die Kirche mit Kameras und Mikrofonen. Irgendwann stösst auch Gray zur Gruppe, der nicht erfreut über die Eigeninitiative von Deacon ist. Irgendetwas aus der Vergangenheit belastet die Beziehung der beiden, aber man hat einen Job zu machen und so starten die Untersuchungen. Schnell kommt der Verdacht auf, dass Pater Crellick, der örtliche Geistliche, den Vorfall nur inszeniert hat, um mehr Leute in seine Kirche zu bekommen. Kurz bevor die Truppe das Ganze als Publicity Stunt abhaken will, werden sie doch noch Zeuge von rätselhaften Geräuschen, bei deren näherer Untersuchung Pater Gray aufs Übelste ausgeknockt wird.

Das sieht aus, als wenn doch mehr hinter der ganzen Sache steckt. Eine genauerer Blick in das Tagebuch eines Paters, der die Kirche vor hundert Jahren geleitet hat, offenbart ähnliche Probleme aus der Vergangenheit, die den Mann Gottes damals in den Wahnsinn getrieben haben. Deacon sieht das das ganze Ausmaß des Problems und bittet seinen alten Mentor aus Rom um Hilfe. Als dieser am Ort des Geschehens eintrifft, wird schnell klar, das eine alte Praktik der Kirche der Auslöser des Problems sein könnte. In der dunklen Vergangenheit des Christentums wurden nicht nur Heiden zwangsweise zum Gottesglauben bekehrt, es wurden auch neue Gotteshäuser über den heidnischen Opferstätten errichtet.

Problem erkannt, Problem gebannt

Jetzt, wo das Problem erkannt scheint, macht sich die Gruppe an ein christliches Reinigungsritual, das dem dämonischen Treiben eigentlich einen Riegel vorschieben sollte. Natürlich kommt alles anders (wäre ja auch zu einfach) und Deacon sieht sich der ultimativen Herausforderung seiner Karriere gegenüber. Genaueres zum Ende wird hier natürlich nicht verraten, aber das ist eigentlich auch schon die ganze Geschichte des Films.

Der Film lebt von seiner düsteren Atmosphäre und die Schreckmomente sitzen wie eine Eins. Man ist eigentlich die ganze Zeit auf dem Sprung, weil man den nächsten Knaller erwartet. Das hat man selten besser gesehen. Wer blutige Action erwartet, sollte sich lieber woanders umsehen, denn selbst bei der heftigsten Szene des Films ist nicht wirklich etwas genaues zu sehen. Bei eben dieser Szene hat sich mir aber doch schon etwas der Magen zugezogen. Wer nichts näheres zu dieser Szene wissen möchte, überspringt diesen Absatz, allen Anderen kann dies aber als gutes Beispiel für die Richtung des Films dienen. Also ... unser kleines Team sitzt abends bei einem kleinen Bierchen zusammen, als sie von einem kreischen aufgeschreckt werden (äußerst unangenehmes Geräusch). Im Garten stellt sich heraus, das die Dorfjugend ein lebendes Schaaf mit Benzin übergossen und angezündet hat. Das Vieh leidet Höllenqualen und wird schließlich mit einem schnellen Schnitt durch die Kehle erlöst. Es gibt hier, wohlgemerkt, nicht wirklich etwa zu sehen, da sich alles im Halbdunkel abspielt, aber alleine die Vorstellung des leidendes Tieres und die technische Umsetzung hinterlassen schon ein extrem mulmiges Gefühl.

Unsere Wertung

Gordon Kennedy überzeugt als desillusionierter Deacon und auch der Rest der Truppe liefert solide Leistung ab. Luke Neal als Pater Crellick fällt vielleicht etwas ab, das kann aber auch an mir liegen. Ein großes Lob gebührt allerdings Elliot Goldner, der als Drehbuchautor und Regisseur hier eine Perle des Found-Footage Horrors abliefert. Der Einsatz der genretypischen 'Wackelkamera' hält sich in Grenzen, da ein Großteil der Materials über die festinstallierten Überwachungskameras läuft. Gegen Ende des Films rücken dann die Tragbaren Headcams mehr in den Vordergrund, was aber nicht wirklich stört und auch innerhalb der Handlung Sinn macht.

Die einzige Enttäuschung ist vielleicht das Ende, das für mich nicht ganz das Niveau des Rest des Films halten kann. Enden sind aber schwer und deshalb gibt es hier nur einen halben Punkt abzug. 'The Borderlands' hat eine FSK 16 Freigabe und ist ab dem 15. April auf DVD und Blu-Ray im Handel erhältlich (amazon.de). Wer auf gute Atmosphäre und gruselige Spannung steht, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren und sich nicht vom 'Found-Footage' Label abschrecken lassen.




The Borderlands (2013)
Kritik von Frank Voigts am 09. April 2014
Spannender Found-Footage Streifen, der mit guter Atmosphäre überzeugen kann
3 Star Rating



(Die Blu-Ray für diese Kritik wurde uns freundlicherweise zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt)