24. Mai 2014

'Haunter' (2013) Filmkritik

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Im Grunde ist 'Haunter' ein Geisterfilm. Komplett mit Haus, in dem es spukt und allem Drum und Dran. Es gibt allerdings ein kleines Detail, dass 'Haunter' von den tausenden anderen Hilfe-es-spukt-im Haus-Filme unterscheidet. Um dies etwas näher zu erläutern, müssen wir über die Story sprechen und das geht nicht ohne Spoiler. Wer also nicht wissen möchte, was bei 'Haunter' so alles passiert, oder sich den Film erst selber angucken möchte (wovon ich eigentlich nur abraten kann), hört an dieser Stelle auf zu lesen oder überspringt die nächsten zwei oder drei Absätze.

Ab hier Spoiler

Lisa, gespielt von Abigail Breslin ('Zombieland'), wacht jeden morgen auf und muss denselben Tag immer und immer wieder durchleben. Zusammen mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder zieht sie jeden Tag die gleiche Routine durch. Stellt euch das wie eine Art 'Und täglich grüsst das Murmeltier' mit ohne lustig vor. Irgendwie scheint Lisa die Einzige zu sein, der das auffällt, aber machen kann sie nichts dagegen. Als sie einem Mal auch noch Stimmen hört, die ihren Namen rufen, macht sie sich daran, die Sache näher zu untersuchen (immer den gleichen Tag zu erleben alleine reicht da wohl noch nicht). Scheinbar durch Lisas Untersuchungen ausgelöst, erhält die Familie von einem unheimlichen Mann (Stephen McHattie, 'Haven'), der Lisa warnt, keinen Kontakt mit der Welt der lebenden zu suchen. BUMMMMM, Wendung! Lisa und ihre Familie ist tot! Das kommt schon sehr plump um die Ecke und ist, soviel kann ich euch verraten, für die Geschichte nicht wirklich wichtig.

Wenn wir schon bei Spoilern sind, lassen wir das doch einmal richtig krachen. Bereit? Also ... Lisa wurde in den Achtizigern, zusammen mit ihrer ganzen Familie von ihrem Vater getötet. Anscheinend konnte der aber nicht wirklich etwas dafür, da er vom Geist eines Killers besessen war, dem das Haus früher gehört hat. Lisas Familie ist auch nicht die einzige, die dem Killer zum Opfer gefallen ist. Eine kurze Recherche fordert zutage, dass die Mordserie wohl schon in den Fünfziger Jahren gestartet ist. Bei Geistern scheint es wohl auch üblich zu sein, das man sich ab und zu über den Weg läuft, und so trifft Lisa auch das erste Mordopfer in der Garage des Hauses. Warum , weiss man nicht, denn Sinn macht das nicht unbedingt. Aber hey, Geister. Richtig?

I can see dead people

Weil Lisa und so ziemlich alle anderen Leute im Film schon unterschiedlich lange tot sind, darf man auch ruhig einmal nach dem Sinn der ganzen Geschichte fragen. Auch hier hat der Drehbuchautor natürlich eine (extrem konstruierte) Erklärung parat. Durch den Kontakt mit diversen Gegenständen kann Lisa Kontakt zu deren früheren Besitzern aufnehmen. Jetzt folgt wieder ein wenig plausibler Gedankensprung, denn anscheinend besitzt nicht nur Lisa diese Fähigkeit, sondern auch ein Mädchen aus der Gegenwart (unserer Gegenwart). Dieses Mädchen hat die Geschichte des Hauses recherchiert und möchte verständlicherweise ihr verfrühtes ableben verhindern. Aus mir unerfindlichen Gründen kann Lisa mit diesem Mädchen den Platz tauschen und ist teilweise in unserer Zeit unterwegs. Lange Rede, kurzer Sinn ... irgendwann tun sichsämtliche Opfer zusammen und schicken unseren Killer zurück nach wo-auch-immer.

Die Story klingt eigentlich ganz interessant, die Umsetzung geht aber komplett in die Hose. Das Ganze ist als Mysteriethriller aufgezogen, hat aber zu keiner Zeit auch nur annähernd die Atmosphäre, die man diesem Genre erwarten kann. Blutige Szenen sind komplette Fehlanzeige, was man verzeihen könnte, wenn man wenigstens ein oder zweimal aus dem Sessel aufgeschreckt wird. Leider auch in dieser Abteilung komplette Ebbe. Null. Nada. Wenn der Film auf 50 Minuten gekürzt würde, was kein Problem darstellen dürfte, könnte der als mittelmässige TV Folge von 'Medium' oder 'Ghost Whisperer' durchgehen. Als abendfüllender Gruselfilm ist das aber viel zu wenig. Noch ein kurzes Wort zu den Effekte (ja, gibt es wirklich), die sich in der Hauptsache auf CG Nebel und das Haus von aussen beschränken. WOW. Da erwarte ich eigentlich mehr, wenn ich die fertigen Bauteile aus meinem 3D Shareware Gartendesigner verwende. Das geht gar nicht.

Unsere Wertung

Regisseur Vincenzo Natali hat sich einen Namen mit halbwegs soliden Horror/SciFi Streifen gemacht. Bekannt wurde er nämlich als Drehbuchautor und Regisseur des ersten 'Cube' Films. 'Splice' hat mir danach schon nicht mehr ganz so gut gefallen, war aber durchaus gut anzuschauen. Die paar Folgen 'Hannibal', die er für's Fernsehen gedreht hat, sind ausgezeichnet. Er sollte sich in Zukunft also einfach nach besseren Drehbüchern umsehen. Wer seine Abigail Breslin Sammlung vollständig halten möchte oder sonst einen Hang zum Masochismus hat, kann die DVD und Blu-Ray ab sofort HIER (extrem günstig) bestellen.



Haunter (2013)
Kritik von Frank Voigts am 23. Mai 2014
Lebloser Mysterie/Geisterfilm mit Wendungen zum Haare raufen
1.5 Star Rating

Die Blu-Ray für diese Kritik wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.