15. Juli 2014

'Haunt' (2013) Filmkritik

Durch abspielen dieses Videos werden personenbezogene Daten an den Video-Portal Betreiber (Youtube) gesendet. Hierfür werden Cookies auf Ihrem Computer gespeichert. Beachten Sie hierzu auch unsere Datenschutzerklärung.

Video abspielen
Ich hatte einmal einen Rasierapparat, der hat sich angehört, als wenn sich die Tore zur Hölle auftun, wenn man ihn angemacht hat. Ein ähnliches Gerät spielt auch in 'Haunt', dem neusten Geisterhaus-Streifen aus der US 'Horror-am-Fliessband' Schmiede. Horror ist im Moment das grosse Geschäft und darum darf jeder, der halbwegs zwei Sätze gradeaus schreiben und 'Action' rufen kann sein Glück versuchen. Was kann da schon schief gehen? Bei 'Haunt' kommt das Schreiber Regisseur Gespann von Andrew Barrer (Drehbuch) und Mac Carter (Regie) zum Zuge. Beide haben bis zu jetzt nur jeweils einen Kurzfilm im Lebenslauf vorzuweisen. Herr Barrer hatte allerdings kürzlich die Chance sich an Marvels 'Ant-Man' Drehbuch zu versuchen. Das heisst jetzt leider auch nicht wirklich etwas, weil für den Film insgesamt drei Drehbuchautoren gelistet werden.

Aber zurück zum Rasierer des Teufels. Das Gerät in 'Haunt' ist nicht wirklich ein Rasierapparat, sondern mehr eine Art von Radio, aber es macht krach und kann dazu benutzt werden mit den Toten zu kommunizieren. Mein Vergleich ist also absolut gerechtfertigt. Wie dem auch sei, im Film steigen wir direkt mit einer solchen Kontaktaufnahme ein. Der Mann, den wir bei dieser 'Seance' beobachten, ist Franklin Morello. Noch während er versucht die empfangenen Botschaften zu verstehen, rafft es ihn mit einem Mal dahin. Dumm gelaufen, aber eigentlich weiss jeder, dass man von solchen Dingen die Finger lässt.

Schon wieder ein Geisterhaus

'Haunt' ist, wie bereits gesagt, ein Film mit einem verfluchten Haus, und wie bei jedem Geisterhausfilm, der etwas auf sich hält, beruht auch 'Haunt' auf einer wahren Begebenheit. Mitte der Achtziger Jahre soll es eine Familie gegeben haben, die Morellos, die innerhalb weniger Wochen ihre drei Kinder verlieren. Der sechzehnjährige Matthew kommt bei einem Autounfall ums Leben, die jüngste Tochter ertrinkt im familieneigenen Pool und die älteste Tochter erhängt sich. Die Tode wurden als Unfall, beziehungsweise Selbstmord eingestuft. Eine Woche später stirbt auch der Vater unter relativ mysteriösen Umständen. Ich konnte bei meiner (kurzen) Recherche keinen eindeutigen Grund für sein plötzliches Ableben zutage fördern. Es ist aber manchmal von einem schwerwiegendem Nervenzusammenbruch die Rede. Die Mutter, Janet Morello, soll noch immer am Leben sein und noch in der gleichen Gegend wohnen.

Nach einer wahren Begebenheit

Soviel zu 'nach einer wahren Begebenheit'. Ob das alles so stimmt, lassen wir jetzt einmal dahingestellt. Zurück zum Film. Nach den schrecklichen Ereignissen um die Morello Familie bleibt das Haus lange Zeit leer und es gibt Gerüchte über Geister, die sich angeblich im Haus eingenistet haben. Im richtigen Leben traut sich keiner auch nur in die Nähe des Hauses. Dies ist aber ein Horrorfilm, und so zieht natürlich eine neue Familie in das Haus ein, das sie erstaunlich günstig erstehen konnten. Komisch, wie das manchmal läuft. Weil das aber noch nicht unwahrscheinlich genug ist haben die Ashers, die neue Familie, genau wir die Morellos, eine kleine Tochter, eine große Tochter und einen Teenager Sohn. Zufälle gibt es.

Evan, der Sohn der Ashers (gespielt von Harrison Gilbertson) freundet sich mit Sam (Liana Liberato), der jungen Nachbarstochter an. Samwird offensichtlich von ihrem Vater misshandelt und sucht Zuflucht bei Ashers. Eines Abends findet Sam das Radio des Jenseits und die beiden entschliessen sich das ganze Geisterding mal auszuprobieren. Was kann da schon schiefgehen. Zur Überraschung aller funktioniert das wirklich und die beiden erhalten rätselhafte Warnungen. Natürlich nehmen unsere beiden paranormalen Detektive die Untersuchungen auf und recherchieren das vergangene Unglück. Es folgen einige, für die eigentliche Geschichte, komplett irrelevante Ereignisse, wonach die beiden zum Ende des Films aber zu Janet Morello, der einzigen Überlebenden des Morello-Fluchs, geführt werden. Es folgt eine nicht ganz unerwartete Wendung und ein wenig spektakuläres Finale.

Unsere Wertung

Im Grunde ist 'Haunt' Teeniehorror verpackt in einem mittelmässigen Mysteriethriller. Die einzigen Gruselmomente (von Schreckmomenten möchte ich hier nicht sprechen), beschränken sich auf eine unfassbar hohe Anzahl von Szenen, wo ohne ersichtlichen Grund ein Geist durch das Bild läuft oder in der Ecke steht. Wenn sparsam eingesetzt, kann das durchaus ein effektives Mittel sein, hier wird das aber leider masslos übertrieben. Die Atmosphäre ist durch die Soundeffekte und die Musik ausreichend gruselig, aber auch nicht wirklich etwas, was einen auf der Kante des Sofas hält. Solide eben. Leider ist das Bild teilweise extrem dunkel, so dass man schlecht folgen kann, was da überhaupt passiert. Schade. Mit 1:21 Stunden (ohne Abspann) ist der Film aber auch nicht zu lang und geht gerade noch so als solide Gruselunterhaltung durch. Der Film kann ab sofort auf DVD und Blu-Ray bei Amazon bestellt werden.




Haunt (2013)
Kritik von Frank Voigts am 15. Juli 2014
Farbloser Teenie-/Myteriethriller ohne wirkliche Atmosphäre
2 Star Rating