25. August 2014

'The Quiet Ones' (2014) Filmkritik

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England, Mitte der Siebziger Jahre. Professor Joseph Coupland sorgt mit seinen ausgefallenen Theorien zu Geisteskrankheit und angeblich besessenen Patienten für Turbolenzen in Harvard. Er vertritt den Standpunkt, das alles sogenannte 'Übernatürliche' nur eine Manifestation des Geistes des entsprechenden Patienten ist. Seiner Meinung nach ist es möglich, die geistige Störung in körperliche Form zu wandeln und aus dem Patienten zu entfernen. Oder so ähnlich.

An dieser Stelle ist es wohl angebracht, zu erwähnen, daß der Film mit dem 'nach einer Wahren Begebenheit' Label wirbt. Eine schnelle Recherche hat ergeben, daß die Vorlage für das Drehbuch wohl das 'Philip Experiment' aus den Siebzigern war. Hier hat eine Gruppe kanadischer Wissenschaftler versucht einen Geist zu 'erschaffen'. An dieser Stelle war mir langweilig und ich habe die umfassenden Nachforschungen zu den Hintergründen abgebrochen. Hey, der Hund bespaßt sich nicht von alleine.

Experimente am lebenden Objekt

Zurück zum Film. Wie man es vermuten kann, ist der Lehrstuhl in Harvard nicht unbedingt begeistert von Professor Couplands Vorhaben und entzieht ihm kurzerhand die Fördermittel und untersagt ihm weitere Experimente. An dieser Stelle wäre der Film zu Ende, wenn der gute Professor nicht so sehr überzeugt von seiner Theorie wäre. Er beschliesst mit zwei seiner treusten Studenten in ein Haus auf dem Land zu ziehen, wo er seine Studien in Ruhe fortsetzen kann. Objekt seiner Experimente ist Jane Harper, eine junge Frau, der eine gespaltene Persönlichkeit und Depressionen diagnostiziert wurden.

Sie war von klein auf bei verschiedenen Pflegefamilien, die sie aber meistens nach aggressiven Anfällen und anderen unerklärlichen Vorkommnissen schnell wechseln musste. Diese Vorkommnisse waren es auch, die verschiedene Vertreter der Kirche dazu verleitet hat, die Ereignisse einer Besessenheit Janes durch Dämonen zuzuschreiben. Bis jetzt konnte ihr weder ein Arzt noch ein Exorzist helfen. Professor Coupland ist Janes letzte Chance, weshalb sie sich auch freiwillig auf das Experiment einlässt. Damit das Ganze auch für die Nachwelt ordentlich dokumentiert wird, wird noch schnell ein Kameramann rekrutiert und los geht das Abenteuer. Wenn der Eine oder Andere jetzt etwas von 'Found-Footage' stöhnt, hat nicht ganz unrecht. Dazu aber später mehr.

Das kann doch mal passieren

Im Laufe des Experiments kommt es, wie es kommen muss, und der kleine Forschertrupp wird unsanft daran erinnert, daß ihnen die Sache vielleicht doch ein paar Nummern zu groß ist. Wenn der Aufhänger mit dem ganzen Pseudowissenschaftlichen Gedöns nicht wäre, dann wäre 'The Quiet Ones' einfach nur ein weiterer Exorzismusschocker. Es gibt nicht wirklich Unterschiede zu Filmen wie 'Der letzte Exorzismus' oder 'Der Exorzismus von Emily Rose'. Mädchen ist besessen, Menschen versuchen zu helfen, alles geht schief.

Trotz der warm aufgegossenen Story, ist 'The Quiet Ones' mehr als solide Unterhaltung. Die technische Umsetzung ist vorbildlich, das Setting in den Siebzigern hat Charme und alle Akteure liefern gute Arbeit ab. Besonders hervorzuheben sind wohl die Schreckmomente, die meisterlich umgesetzt sind. Mit erfreulicher Häufigkeit wird man hier aus seinem bequemen Sessel gejagt, obwohl man als geschulter Horrorzuschauer eigentlich jedes mal genau sieht was da kommt. Das neunzig Prozent der Jump Scares mithilfe von extrem lauten Geräuschen realisiert werden, stört auch nicht weiter. Die Katze, die aus dem Küchenschrank springt, kennt man ja zur Genüge. Da braucht man nicht wirklich von.

Unsere Wertung

Als Fazit bleibt eigentlich nur eine klare Empfehlung für Leute ohne schwaches Herz, die sich gerne mal von der Couch jagen lassen und die nicht unbedingt eine Gore-Orgie brauchen, um glücklich zu werden. Regisseur John Pogue liefert hier ein bemerkenswert geschliffenes Filmchen ab, vor allem wenn man bedenkt, das dies erst sein zweiter abendfüllender Spielfilm ist. Seinen ersten Film, 'Quarantäne 2 - Terminal', habe ich nicht gesehen und das wird sich so schnell wohl auch nicht ändern. Jared Harris spielt teilweise etwas holprig, was man ihm als verbohrter Professor aber durchaus durchgehen lässt. 'The Quiet Ones' als DVD und Blu-Ray bei Amazon zu bestellen. Lohnt sich.



The Quiet Ones (2014)
Kritik von Frank Voigts am 25. August 2014
Interessanter Exorzismus Thriller mit guten Jump Scares
3 Star Rating

Die DVD für diese Kritik wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.