08. Oktober 2014

'Nurse' (2013) Filmkritik

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Vor zwei oder drei Jahren hat ein stylisches Poster mit Paz de la Huerta als Krankenschwester (Augen links) die Runde im Internet gemacht. Eigentlich war das nur eine Designstudie, die niemals wirklich als Film geplant war. Weil aber so ziemlich jeder, der das Poster gesehen hat, sich in Richtung 'Boah, ey. Der Film muss ja geil sein' geäußert hat, wurde schnell ein Drehbuch zusammengezimmert und sich nach Geldgebern umgesehen. Das mit der Finanzierung hat etwas länger gedauert, aber nach knapp zwei Jahren ist mit 'Nurse' jetzt das Endprodukt für den kleinen Bildschirm erschienen. Für eine Runde in deutschen Kinos hat es dann doch nicht gereicht.

Bevor wir zum Hauptgericht übergehen, noch kurz eine Kleinigkeit vorab: 'Nurse' ist nicht wirklich ein Horrorfilm. Ja, es geht durchaus blutig zur Sache und (ACHTUNG SPOILER) wir haben es mit eine Psychopathin zu tun, die gezielt Jagd auf ihre Opfer macht, trotzdem würde ich den Film eher als Thriller der härteren Gangart einordnen. In Anbetracht der recht beträchtlichen Zeit, in der sich diverse Darsteller komplett ohne Bekleidung durch die Handlung bewegen und diverser missverstandener romantischer Verwicklungen, würde ich den Film vielleicht als ein Mischung aus 'Basic Instinct' und 'Eine verhängnisvolle Affäre' einordnen. Beide genannten Filme sind aber um längen besser als der hier behandelte Film, doch dazu später mehr.

Zur 'Handlung'

Kommen wir zur Handlung ... Abby Russell (Paz de la Huerta) ist Krankenschwester am Tag und Rächerin betrogener Ehefrauen in der Nacht. Gleich in der ersten Szene sehen wir, wie sie sich auf die Suche nach verheirateten Männern macht, die sie dann verführt. Gehen die Männer auf ihre Avancen ein, werden sie kurzerhand als Biomüll entsorgt. Als eines Tages ein Reihe neue Schwesternschülerinnen im Krankenhaus eintreffen, nimmt sich Abby einer Schwester besonders an. An dieser Stelle sehen wir einen kurzen wie sinnfreien Gastauftritt von Kathleen Turner als Oberschwester. Warum Frau Turner im Film zu sehen ist, weiß niemand, die 30 Sekunden am Anfang sind nämlich das erste und letzte Mal.

Aber weiter zur 'Handlung'. Abby findet gefallen an Jungschwester Danni, gespielt von Katrina Bowden, bekannt aus '30 Rock' und 'Tucker & Dale vs. Evil'. Es bleibt auch nicht nur bei einer Freundschaft, sondern Abby fühlt eine ganz besondere Verbindung, wie in Thrillern dieser Art üblich. Natürlich interpretiert sie sämtliche Zeichen der 'Beziehung' falsch, was sich zu einer Eifersuchtsorgie sondergleichen steigert. Dannis Freund ist da natürlich im Weg. Aus dem Weg räumen will Abby ihn aber nicht, er ist schließlich nicht untreu gewesen, aber die Beziehung der beiden ist ihr immer noch ein Dorn im Auge. Was macht der findige Psychopath in solchen Fällen? Richtig, man inszeniert eine Situation, die die beiden auseinander bringt.

Selbst ist die Frau

Gesagt, getan. Als Abby mit Danni eines Abends nach der Arbeit auf einen Drink in eine Bar geht, verabreicht ihr Abby eine Drogencocktail und macht eine ganze Latte kompromittierender Fotos mit sich selber, Danni und einem fremden Mann. Ab hier entfaltet sich der 08/15 Thriller Plot, wo Danni die Bilder zugeschickt bekommt, sie versucht die ganze Geschichte vor ihrem Freund geheim zu halten und Abby immer weiter in ihr Leben vordringt. Standardware. Danni gibt aber nicht auf und stellt einige Recherchen über Abby an. Es stellt sich heraus, das da mehr ist, als zunächst angenommen. Das guckt ihr euch aber lieber selber an, aber so wirklich überraschend ist das dann doch nicht. Am Ende wird Abby in die Ecke gedrängt und geht ein letztes Mal auf eine Killer-Amok-Tour. Mini Wendung am Ende und der Film ist vorbei.

Unsere Wertung

Mit knapp über achtzig Minuten ist der Film zum Glück nicht zu lang und richtig langweilig wird es auch nicht. Immer zur richtigen Zeit wird jemand weggemetzelt oder jemand zieht sich aus. Spaß für die ganze Familie. Leider täuschen die oftmals komplett unnötige Nacktheit und die derbe Art der Morde nicht über die schwache Story und Schauspielerischen Leistungen hinweg. Katrina Bowden als Danni spielt zwar solide, Paz de la Huerta wirkt durch ihr müdes Gelalle die ganze Zei mächtigt gelangweilt. Und seien wir ehrlich, einen Oscar gewinnt die Gute in diesem Leben auch nicht mehr. Dies bezieht sich alles auf die Originalversion des Films, obwohl die deutsche Synchronisierung mich auch nicht vom Hocker gehauen hat. Einen netten Auftritt hat Judd Nelson, der als chauvinistischer Chefarzt zu gefallen weiß. Noch ein kurzes Wort zu 3D. 'Nurse' wurde ja überall groß als 'Nurse 3D' beworben, leider bleibt der Effekt durchgängig blass, bis auf zwei Szenen, in der unmotiviert CG Gegenstände in die Kamera geworfen werden und eine Szene, bei der die Kamera unserer bluttriefenden LKieblingsschwester zwischen die gespreizten Beine gefahren wird. Ihr wurdet gewarnt. Wie so oft gilt: nach dem Fußballabend mit den Kumpel durchaus eine Ausleihe wert. Wer sich den Film trotzdem kaufen möchte, kann dies ab sofort bei amazon.de tun.



Nurse 3D (2013)
Kritik von Frank Voigts am 08. Oktober 2014
Blutig mit überflüssiger Nacktheit
2 Star Rating

Die Blu-Ray für diese Kritik wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.