18. Januar 2015

'Demon Inside' (Espectro - 2013) Filmkritik

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Schnell. Horrorfilme aus Mexico. Wem fällt einer ein? Ich musste hier schon etwas nachdenken und ausser 'Here comes the Devil', der Indie Produktion aus 2013, ist mir nichts wirklich eingefallen. Kann an mir liegen, aber Düsterfilmchen aus dem Land von Speedy Gonzales scheinen eher Mangelware zu sein. Regisseur Alfonso Pineda Ulloa legt mit 'Demon Inside' (orig. 'Espectro') im gleichen Jahr einen gefühlt deutlich höherwertigen Streifen ab. Wir sprechen hier rein von der Produktion. Hier ist von Self-made und Indie nichts zu sehen. Aber zum Anfang und damit zur Geschichte.

Marta, gespielt von Paz Vega, ist ein erfolgreiches Medium und verdient ihr Geld mit Kartenlegen. Eines Tages wird sie von ihrem Freund vergewaltigt und schwer misshandelt. Sie zieht sich komplett aus der Öfffentlichkeit zurück und entwickelt sogar eine Agoraphobie. Ihre Schwester besorgt ihr eine neue Wohnung in der sie sich vollständig erholen soll. Die ersten Tage klappt das auch ganz gut, bis sie ihre komplett durchgeknallte Nachbarin kennen lernt. Diese scheint einen Hang zur Gewalttätigkeit zu haben und schießt sich auf Marta ein. Hinzu kommt, das sie glaubt ihren Peiniger vor dem Haus gesehen zu haben.

Immer wieder der Ex

Es stellt sich heraus, das ihr Ex-Freund nicht, wie geglaubt, im Knast vor sich hin rottet, sondern das das Verfahren eingestellt wurde. Das hat ihre Schwester ihr aber nicht mitgeteilt, um den Heilungsprozess nicht zu gefährden. Die gute Marta ist verständlicherweise geschockt und um ihre Sicherheit besorgt. Deshalb bestellt sie sich eine ganze Batterie an Sicherheitskameras und installiert diese in der ganzen Wohnung und mit Blick auf die Strasse und die Wohnung der Nachbarin.

Ob die Kameras eine gute Entscheidung waren, lässt sich bezweifeln, denn mit einem Mal tauchen seltsame Sachen in den Videofeeds auf. Das reicht von dunklen Gestalten im Flur bis zu blutverschmierten Erscheinungen, die sich durch die Wohnung schleppen. Da kommt Stimmung auf. Außerdem bekommt Marta noch andere Visionen, etwas, das sie eigentlich aus ihrem Leben verbannen wollte. Sie beginnt zu recherchieren, um den Visionen auf den Grund zu gehen. Anhand ihrer Nachforschungen glaubt sie, daß in ihrer Wohnung früher eine junge Frau ermordet wurde. Eindeutig nachweisen lässt sich das aber nicht und auch der Vermieter weiß von nichts.

Rückblenden, Visionen und trotzdem keinen Plan

So plätschert die Geschichte dann eine Weile vor sich hin. Visionen, Rückblenden in Martas Kindheit und wieder zurück zu den Erscheinungen in den Videos. Am Ende dann noch ein Mini Showdown ihrem Peiniger und eine Wendung, die man schon nach den ersten dreißig Minuten hat kommen sehen. Ende. Die Rückblenden und Visionen wirken anfangs zerhackt und zusammenhanglos, machen am Ende des Films aber dann doch wieder Sinn.

Der Handlungstrang mit der Nachbarin ist eigentlich komplett überflüssig, den er hat überhaupt keinen Einfluss auf die eigentliche Geschichte. Das ist reines Aufpolstern, um die neunzig Minuten Laufzeit zu erreichen (was trotzdem nicht ganz gelingt). Das Setup für die Beziehung zu ihrem Ex-Freund beschränkt sich auf eine zweiminütige Vergewaltigunsszene, gleich am Anfang des Films. Das ist unangenehm anzusehen, wird aber auch irreführender Weise so dargestellt, als ob hier ein übernatürliches Element im Spiel ist. Ist es aber nicht, ihr Freund ist einfach nur ein Arschloch.

Unsere Wertung

Ansonsten verlässt sich 'Demon Inside' mehr auf eine ruhige, düstere Atmosphäre als auf Schockmomente. Es gibt wenig Dialoge, was durch die Musik ausgeglichen werden soll. Das klappt leider nicht ganz, denn der Soundtrack passt, meiner Meinung nach, nicht hundertprozentig. Es gibt eine Menge Blut aber fast gar kein Gore, denn die Blutmassen beschränken sich auf ein Bad in denselben und die schon angesprochenen blutverschmierten Erscheinungen. Alles ziemliche Standardware. 'Demon Inside' macht nicht wirklich weltbewegend Neues, aber auch nicht wirklich viel falsch. Hat man bloß leider alles schon einmal (besser) gesehen. Wer trotzdem eine Blick riskieren möchte, kann den Streifen ab sofort bei Amazon bestellen.Der Film hat eine FSK 16 Freigabe und läuft 92 Minuten inklusive Abspann.



Demon Inside (Espectro) (2013)
Kritik von Frank Voigts am 05. Januar 2015
Ruhiger 'Haunted Wohnung' Streifen
2 Star Rating

Die DVD für diese Kritik wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde bei uns Werbung für den Film gebucht.