30. März 2015

'Dark House' (Haunted - 2014) Filmkritik

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Ich fand 'Jeepers Creepers' damals richtig gut. Auch der zweite Teil hat mir gefallen, auch wenn er etwas abfällt. Danach hat Regisseur Victor Salva sich einem Sportdrama gewidmet ('Peaceful Warrior - Der Pfad des friedvollen Kriegers'), das wohl überall sehr gut angekommen ist, das ich aber nicht gesehen habe. Kurz gesagt, der Mann kann etwas. Mit entsprechender Vorfreude bin ich an 'Dark House' heran gegangen. Kann ja nicht wirklich schlecht werden, oder? Nun, lasst uns das einmal etwas näher erörtern.

Dies ist die Geschichte. Ein junger Mann, dessen Name mir komplett entfallen ist, besucht seine Mutter in einer psychiatrischen Klink. Sie lebt hier seit Jahren und leidet unter einem schlimmen Ereignis, das ihr ehemaliger Ehemann, der Vater unseres jungen Recken, zu verantworten hat. Was genau das war, wird nicht näher erklärt, aber seit diesem Ereignis ist die Gute komplett durchgeknallt und spricht mit Lüftungsschächten (merken, das wird später noch interessant). Als der junge Mann, nennen wir ihn Horst (nicht sein richtiger Name), seine Mutter beruhigen will, berührt er sie und hat eine Vision von Flammen und Tod.

Visionen

Verstört verlässt er sie und fährt nach Hause. Zusammen mit seinem Kumpel, sagen wir einmal er heißt Erwin (nicht sein richtiger Name), versucht er die Erlebnisse in einer Bar zu ertränken. Hier treffen die Beiden auf eine Gruppe Kids, die wissen wollen, ob die Gerüchte von einer besonderen Gabe Horsts richtig sind. Es stellt sich heraus, das an den Gerüchten in der Tat etwas dran ist und Horst kann durch Berührung den Tod des Betroffenen voraussehen. Das klappt aber nur, wenn derjenige auf besonders brutale Art aus dem Diesseits scheidet.

Am gleichen Abend lernt Horst in der Bar auch noch Roswitha (nicht ihr richtiger Name) kennen. Die beiden verstehen sich prima und werden ein paar. Ein paar Monate später erwarten die Beiden ein Kind und ihr Leben scheint sich durch die Bank töfte zu entwickeln. Plötzlich erfahren sie vom Tod von Horsts Mutter. Anscheinend ist sie in Ihrem Zimmer in der Anstalt in einer Flammenhölle umgekommen. Wenig später wird Horst zu einem Anwalt bestellt, der ihm das Testament seiner Mutter eröffnet. Er hat ein altes Anwesen geerbt, das anscheinend schon ewig in Familienbesitz ist.

Roadtrip, fuck yeah!

Horst kann sich zwar nicht wirklich an das Haus erinnern, aber irgendwie hat er seit seiner Kindheit immer wieder das genau selbe Haus gezeichnet. Uhhhh, unheimlich. Naja, wer ein Haus erbt, will sich das gute Stück auch einmal angucken und so ziehen Horst, Erwin und Roswitha los zu einem kleinen Roadtrip. Ihre Reise führt sie in eine Kleinstadt, aber das Haus ist nicht auffindbar. In einem Kaffee erfahren sie, daß das Haus vor Jahren Opfer einer Jahrhundert Flut geworden ist. So schnell gibt man aber nicht auf. Beim tingeln über die Dorfstrassen, treffen die drei eine Gruppe Landvermesser. Die sollten sich hier eigentlich auskennen, aber auch denen ist kein passendes Haus bekannt.

Durch einen unglaublichen Sprung in der Logik, den im richtigen Leben niemand nachvollziehen könnte, entschliesst man sich, einem alten Flussbett quer durch dan Wald zu folgen. Und wer hätte das gedacht, am Ende findet sich tatsächlich das gesuchte Eigenheim, das anscheinend fortgespült wurde und dann völlig intakt an einem Baum zum Halten kam. Sachen gibt es. Wenn man schon einmal hier ist, kann man ja auch mal einen Blick in das Haus werfen. Hier hat sich aber mittlerweile Kurt (nicht sein richtiger Name) eingenistet. De ist wenig erfreut über den Besuch und verjagt unsere Gruppe umgehend mit seinen Freunden. Diese Freunde sind eine Meute von axtschwingenden, manteltragenden, zottelmähnigen Obdachlosen, die den bescheuertsten Gang haben, den ich je bei einem Killer gesehen habe.

Man kann das kurz im Trailer sehen, aber das ist schon etwas ganz besonderes. Stellt euch einen verwahrlosten Schimpansen vor, der einen Mantel trägt und beim rennen eine Axt hinter sich herzieht. So sehen die Bösewichter in diesem Film aus. Ein Rätsel, wie so etwas bei der Produktion abgenickt wird. Ähnliche Gedanken hatte ich den ganzen Film über. Natürlich birgt das Haus ein dunkles Geheimnis, das in den Lüftungsschächten haust. Was? Im Keller gibt es auch noch etwas, aber darauf wird nie genauer eingegangen. Von einem Regisseur wie Salva hätte ich eindeutig mehr erwartet.

Unsere Wertung

Die Story ist konfus, es gibt mehrere Wendungen, die nicht wirklich spektakulär sind und relativ wenig Sinn machen. Gruselige Atmosphäre ist über den ganzen Film Fehlanzeige und wenn man sich einmal erschreckt, dann weil der Regisseur einen ohrenbetäubenden Knall in die Szene montiert hat. Die Schauspieler agieren allesamt unter Durchschnitt und das Tobin Bell im Trailer groß beworben wird, ist auch eher irreführend. Der Gute ist nur circa in einem Drittel des Films zu sehen. Am Ende reicht es für 'Dark House' noch nicht einmal zum Trash-Klassiker. Der Film ist einfach nur schlecht, aber nicht so schlecht, das er schon wieder gut ist.



Dark House (2014)
Kritik von Frank Voigts am 30. März 2015
Einfallsloses Geisterhaus Geplänkel
1.5 Star Rating