27. April 2015

Debug - Feindliches System (2014) Filmkritik

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Schweine im Weltall. Der Horror. Da wir aber nichts gegen einen guten Weltraumhorror einzuwenden haben (muss ja nicht immer 'Event Horizon' sein), haben wir uns die Zeit genommen und 'Debug' eine Chance gegeben. Eine Sache noch kurz vorweg ... Regie führte David Hewlett, den die meisten wohl als den sozial gehandicapten Rodney McKay kennen. Dies ist seine dritte Regiearbeit und wie auch schon bei 'A Dog's Breakfast' kann sich Hewlett auf die Unterstützung seiner Freunde verlassen. War damals noch fast die gesamte Besetzung von 'Stargate Atlantis' dabei, ist es bei 'Debug' nur noch Jason Momoa. Ob Momoa, der grade in Hollywood durchstartet, dieses Engagement noch bereuen wird, sagen wir euch jetzt.

In der Story, die ebenfalls von Hewlett zu verantworten ist, begleiten wir ein Team von Häftlingen, die ihre Strafe damit abbüßen, verlassene Raumfrachter zu entern und die Bordsysteme von schadhafter Software zu befreien, bevor der Frachter wieder in Betrieb genommen wird. Warum es verlassene Frachter gibt wird leider nie erklärt. Auf jeden Fall begleiten wir unsere kleine Gruppe, und im speziellen Insassin Kaida (Jeananne Goossen), auf ihrem Weg durch das Raumschiff, auf der Suche nach Terminals, von denen sie die schädlichen Prozesse beenden können.

Mal so, mal so

Das Raumschiff an sich erinnert mit seinen weißen Korridoren sehr an 'Star Wars' oder '2001'. Das sieht gefällig und wertig aus, wenn auch etwas einfallslos. Das Problem mit dem offensichtlichen Mikrobudget kommt erst dann zum Tragen, wenn sich unsere Helden von einem Deck zum anderen bewegen. Aus irgendeinem fadenscheinigen Grund können die Fahrstühle nämlich nicht benutzt werden und man ist gezwungen die Treppe (jawohl) zu nehmen. Treppe ... naja. Übersehen wir einmal großzügig. Leider befindet sich die Treppe unter der Decke einer leeren Lagerhalle. Ich rede hier nicht vom Ladedock eines Raumfrachters, sondern von einer 08/15 Lagerhalle, die so überhaupt nichts mit Raumschiff zu tun hat. Das reisst einen komplett aus dem Film.

Aber weiter im Text. Die verschiedenen Kontrollräume sind gefunden und das heitere Programme beenden beginnt. Das auch hier immer der gleiche Raum durch das Umstellen eines Stuhles als vier verschiedene Räume durchgehen soll, kreiden wir mal dem Budget an (aber nerven tut das schon). Es stellt sich heraus, daß die gesuchte Schadsoftware nicht irgendwelche Viren oder Programme sind, die sich aufgehangen haben, nein es sind künstliche Intelligenzen, die sich weigern abgeschaltet zu werden. Durch Diskussion und allerlei Trickserei wird jetzt versucht besagte Programme zu eliminieren. Leider gibt es da noch eine Art Super AI mit dem Name 'I Am', nicht zu verwechseln mit dem Musiker ähnlichen Namens. I Am wird gespielt von (ihr habt es erraten) Senior Momoa.

I Am verfolgt natürlich seine eigenen Ziele und ist mit der Zwangsabschaltung alles andere als einverstanden. Was macht eine künstliche Intelligenz in einem solchen Fall? Alles organische Leben auslöschen, natürlich. Gesagt, getan und nacheinander fallen unsere tapferen Computerkammerjäger den verschiedensten Todesfallen zum Ofer. Wie der Zufall es aber so will, hat Kaida ein eigenes Programm, das sie in den Schiffscomputer einspeist und auf I Am ansetzt. Dieses Programm sieht durch einen unglaublichen Zufall genauso aus wie Kaida und ist Meister in allerlei Kampfsportarten und Experte an diversen Waffen. In der virtuellen Realität wird offenbar durch asiatische Kampfkunst entschieden, wer gelöscht wird und wer nicht.

Unsere Wertung

Es folgt einiges Hin und Her und natürlich wird I Am am Ende besiegt. Ende Nordmende. Ihr merkt schon, die Story ist nicht das Zugpferd dieses Streifens. Aber ist das Ganze denn nun unterhaltsam, oder nicht? Nicht wirklich. Ich muss immer wieder auf das nicht vorhanden Budget verweisen. Die CG Effekte im Film sind unterste Schublade. Das Model vom Raumfrachter habe ich in PC Spielen vor zehn Jahren realistischer gesehen. Auch der krasse Gegensatz in Teilen der Kulisse (Fabrikhalle) reißt einen komplett aus dem Film. Spannung ist über die gesamte Spielzeit Fehlanzeige. Selbst Jump Scares gibt es keine. Wer hätte gedacht, das man dieses billige Stilmittel einmal vermissen wird. Gibt es wenigstens genug Splatter, um einen Abend mit Kumpel und Bier zu rechtfertigen? Leider auch nicht. Zwei halbwegs blutige Szenen sind auch schon alles aus dieser Abteilung. Meine Empfehlung: leiht euch lieber 'Jason X' aus. Wer trotzdem Lust hat, kann den 'Debug' ab sofort bei amazon.de bestellen.



Debug (2014)
Kritik von Frank Voigts am 27. April 2015
Langweiliges Sci/Fi Gedöns um künstliche Intelligenz
2 Star Rating

Die Blu-Ray für diese Kritik wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.