27. Oktober 2015

'Spring: Love is a Monster' (2014) Filmkritik

So, Fans der 'Saw', 'Paranormal Activty' oder ähnlich gelagerten Mainstream Horror Reihen klicken jetzt einfach mal weiter, denn dieser Film ist wahrscheinlich nichts für euch. Vielleicht wollt ihr aber auch einmal etwas Neues ausprobieren. In diesem Fall seit ihr herzlich eingeladen weiterzulesen. Diese kleine Einleitung ist leider nötig, weil 'Spring' so überhaupt nicht in die aktuelle Mainstream Horrorlandschaft passt und manche Leute ungehalten reagieren, wenn man ihnen etwas von abseits des ausgetretenen Pfades anbietet. Ihr wurdet gewarnt. Zur Geschichte.

Nach dem Tod seiner Mutter und dem Verlust seines Jobs steht Evan, gespielt von Lou Taylor Pucci ('Evil Dead' Remake), vor dem Scherbenhaufen, der einmal sein Leben gewesen ist. Für einen völligen Neuanfang entscheidet er sich alle Zelte abzubrechen und nach Europa zu gehen. Seine erste Station ist Italien, genau genommen, ein kleines Dorf an der Küste. Hier lernt er Louise kennen, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Auch Louise scheint sich offenbar zu Evan hingezogen zu fühlen, es scheint aber als ob den beiden ein finsteres Geheimnis aus Louises im Wege steht. Evan will seine neue Liebe aber nicht aufgeben und so taucht er tiefer und tiefer in die dunkle Welt von Louises Leben ein. Schnell stellt sich heraus, dass seine Auserwählte nicht das ist, was sie vorgibt und er muss sich entscheiden, ob seine Liebe groß genug ist, um ihre wahre Natur zu akzeptieren.

Wo die Liebe hinfällt

'Spring' lässt sich Zeit mit seiner Geschichte. Nichts wirkt gehetzt, um noch den einen oder anderen Plotpoint unterzubringen. Die Dialoge sind lang und überraschend realistisch. Man nimmt unseren beiden Protagonisten zu jeder Zeit ihre Beziehung ab. Womit wir wieder bei meiner kleinen Einleitung angekommen wären: man muss sich einlassen auf diesen Film. Dies ist kein Film für den schnellen Thrill beim Filmabend mit den Kumpels. Unnötige Jump Scares und Gore sucht man vergeblich. Hier wird alles auf Atmosphäre gesetzt.

Im Grunde ist 'Spring' eine Liebesgeschichte und die Regisseure Benson und Moorhead schrecken nicht davor zurück diese auch so behandeln. Das dieses im Umfeld eines Horrorfilms auch wirklich funktioniert und glaubwürdig bleibt, liegt zum großen Teil an den beiden Hauptdarstellern Lou Taylor Pucci und der hervorragenden Nadia Hilker. Hilker hat nach jahrelangen kleinen Rollen in 'Cobra 11' oder 'Soko XY' hier endlich die Gelegenheit eine Rolle mit Substanz zu spielen, was sie auch zu einhundert Prozent nutzt. Dies ist auch den Bossen in Hollywood nicht verborgen geblieben und so hat sie mittlerweile Rollen in Filmen neben Anthony Hopkins ('Collide') und der 'Divergent' Reihe ergattert.

Unsere Wertung

Wer nicht unbedingt auf Bodycount oder Schreckmomente im Sekundentakt angewiesen ist, sollte 'Spring' auf jeden Fall eine Chance geben. Die Geschichte ist originell genug, um über die Strecke des Films die Aufmerksamkeit auf dem Bildschirm zu halten und die Schauspieler tun ihr Bestes um die fantastischen Elemente des Films ganz natürlich wirken zu lassen. Ausserdem fällt positiv auf, dass die üblichen Horrorfilm Stützen komplett fehlen. Hier rennt niemand völlig blind, alleine und ohne Verstand in eine offensichtliche Todesfalle, die Szenarien machen Sinn und sämtliche Handlungen gehen auf eine nachvollziehbare Motivation zurück. Gut So. 'Spring' kann ab sofort auf DVD oder Blu-Ray bei Amazon bestellt werden. Eilige streamen über Amazon Instant Video.




Spring: Love is a Monster (2014)
Kritik von Frank Voigts am 27. Oktober 2015
Glaubwürdige Liebesgeschichte mit Twist
3 Star Rating

Die Blu-Ray für diese Kritik wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.