09. November 2015

'June' (2015) Filmkritik

Die elfjährige June ist von klein auf von einer Pflegefamilie zur nächsten unterwegs. Im Moment lebt sie bei einer asozialen Familie in einer schäbigen Wohnsiedlung. Die Familie hat sie nur wegen den Zuschüssen vom Amt aufgenommen malträtiert sie täglich. Dies ist auch dem Sozialarbeiter Victor Emmanuel, gespielt von Eddie Jemison, bekannt, der sich um ihren Fall kümmert. Er ist ständig auf der Suche nach einer passenden Familie für June, denn er weiss um ihr dunkles Geheimnis. In June wohnt nämlich eine böse Macht, die auf den Namen Aer hört. Immer wenn June wütend wird, erwacht diese Macht und legt eine Spur von Tot und Verwüstung.

Dies tritt besonders extrem bei einer Gartenparty auf, bei der June ihre gesamte Umgebung dem Erdboden gleich macht. Emmanuel holt sie umgehend aus dieser giftigen Atmosphäre und bringt sie bei der Anderson Familie unter. Die Andersons wohnen in einem ruhigen Vorort und haben schon lange den Wunsch ein Kind zu adoptieren. Emmanuel hofft, daß das ruhige Umfeld Junes Ausbrüche in Schach halten kann.

Alles wird gut

Zunächst scheint alles gut zu verlaufen und June freundet sich sogar mit Lily Anderson, gespielt von Victoria Pratt, an. Als eines Tages Gegenstände auf unerklärliche Weise durch die Gegend fliegen, scheint sich Junes Unterbewusstsein einen Weg in die Freiheit zu erkämpfen. Nach und nach sät Sie Zwietracht zwischen den Andersons, bis Dave (Casper Van Dien) eines Tages auszieht. Nebenbei erfahren wir noch, das Junes Fähigkeiten einem Kult als Weg zur ewigen Erlösung dienen soll. Warum sie einen Keil zwischen das Ehepaar treibt, bleibt weitgehend ungeklärt und man muss sich mit der alten 'die Kleine ist halt böse' Erklärung abfinden.

Nichts zu bemängeln

Alle Schauspieler liefern soweit gute Arbeit ab, allen voran die kleine Addy Miller, bekannt aus 'The Walking Dead' und Eddie Jemison als undurchsichtiger Sozailarbeiter, bei dem man sich nie so richtig sicher ist, wieweit er in die Machenschaften des Geheimen Kults verstrickt ist. Bekanntestes Mitglied im Cast ist sicherlich Casper van Dien, der mit Paul Verhoevens 'Starship Troopers' bekannt wurde. Oscar würdige Leistungen erwartet man von ihm wohl keine, er enttäuscht aber auch keinesfalls und spielt seine Rolle als besorgter Ehemann überzeugend.

Nach 'Copiii: The 1st Entry' ist June erst die Zweite abendfüllende Regiearbeit von L. Gustavo Cooper, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Wenn man dies in Betracht zieht, liefert er mit diesem, nennen wir es einmal Dämonen-Thriller, durchaus solide Arbeit ab. Nichts weltbewegendes aber teilweise durchaus unterhaltsam. Der Anfang des Films, bei der ersten Pflegefamilie, besticht durch gute Atmosphäre und gefällige schauspielerische Leistungen. Gore-Orgien sollte man nicht erwarten, die diversen Visual Effects sind aber überzeugend umgesetzt.

Unsere Wertung

Nach der Anfangssequenz verliert sich, mit der Ankunft bei den Andersons, die Spannung leider größtenteils und erholt sich auch nie wieder so, wie man sich das wünschen würde.. Der Synthie-Soundtrack kann hier zwar noch einiges retten, aber in Sachen Spannung und Schreckmomente sieht es über lange Strecken leider mau aus. 'June' schafft es leider nicht wirklich dem kleines-Kind-von-Dämonen-besessen Genre etwas neues abzugewinnen und so bleibt dem Zuschauer nur die mehr oder minder vorhersehbare Wendung am Schluss (natürlich) und ein gelungener Soundtrack. Das haben wir alles schon viel schlechter gesehen und deshalb wollen wir uns an dieser Stelle auch nicht wirklich beschweren. 'June' ist ab sofort als DVD, Blu-Ray oder über Streaming bei amazon.de zu erwerben.



June (2015)
Kritik von Frank Voigts am 09. November 2015
Ein weiterer 'Besessenes-Kind' Streifen
2.5 Star Rating

Die Blu-Ray für diese Kritik wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.